Miss-Germany-Finale: Warum zwei Kandidatinnen mit Hijab für Aufruhr sorgen

Theo Schmitz
Theo Schmitz
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Drei Frauen in verschiedenenfarbigen Kleidern, eine trägt eine Mütze, stehen vor dem Reichstaggebäude in Berlin, Deutschland, mit Menschen, Fahnen, Bäumen, Wolken und Himmel im Hintergrund.Theo Schmitz

"Wir atmen auch durch die Nase" - "Miss Germany" mit Kopftuch - Miss-Germany-Finale: Warum zwei Kandidatinnen mit Hijab für Aufruhr sorgen

Deutschland krönt an diesem Wochenende seine neue Miss Germany – nach einem Wettbewerb, der sowohl Lob als auch Kontroversen ausgelöst hat. Neun Finalistinnen, ausgewählt aus über 2.600 Bewerberinnen, bringen unterschiedliche Hintergründe mit – von Wissenschaft über Führung bis hin zu Unternehmertum. Doch zwei Teilnehmerinnen sehen sich Kritik ausgesetzt, weil sie als "nicht deutsch genug" gelten – einzig wegen ihres Hijabs.

Unter den neun Finalistinnen stechen vier durch ihre Karrieren in Wissenschaft, Technologie und Führung besonders hervor: Die Biologin Amelie Reigl forscht an der Züchtung menschlicher Haut im Labor. Eine weitere Kandidatin arbeitet als Pressesprecherin für die Bundeswehr, während Anne Bäumler ein Team von über 800 Mitarbeitenden leitet. Paula Daub, Vertriebsdirektorin bei einem Beauty-Startup, komplettiert die Gruppe. Ihre Teilnahme spiegelt den Wandel des Wettbewerbs wider – weg von klassischen Schönheitsidealen, hin zur Feier von Führungskraft und Leistung.

Büsra Sayed und Amina Ben Bouzid wurden mit rassistischen und sexistischen Kommentaren konfrontiert, wobei rund 90 Prozent der hetzerischen Äußerungen von Männern stammen. Beide Frauen wurde vorgeworfen, sie entsprächen nicht dem Bild einer deutschen Frau – wegen ihres Aussehens und ihrer Religion. Sayed, Gründerin eines Modelabels, tritt in der Kategorie "Female Founder" an, während Ben Bouzid, die Frauen geführte Marken unterstützt, in der Kategorie "Female Leader" antritt.

Trotz der Anfeindungen haben sich beide nicht einschüchtern lassen. Im Gegenteil: Sie sehen ihre Teilnahme als Chance, Klischees zu durchbrechen und Türen für andere zu öffnen. Entschlossen betonen sie ihre deutsche Identität und lassen sich nicht von Kritik definieren. Die Veranstalter hingegen stellen klar, dass es beim Wettbewerb längst nicht mehr nur um Schönheit geht – sondern um die Suche nach zukünftigen Führungspersönlichkeiten und erfolgreichen Frauen.

Das Finale findet an diesem Wochenende statt. Die Siegerin wird ein modernes, vielfältigeres Bild der Miss Germany verkörpern. Die Präsenz von Sayed und Ben Bouzid hat bereits Debatten über Identität, Repräsentation und die Frage ausgelöst, was es bedeutet, deutsch zu sein. Ihre Teilnahme – neben Finalistinnen aus Wissenschaft und Führungsbereichen – markiert einen deutlichen Bruch mit den traditionellen Wurzeln des Wettbewerbs.

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