Equal Pay Day 2026 in Greifswald: Warum Frauen 58 Tage umsonst arbeiten

Greta Koch
Greta Koch
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Ein Plakat mit der Aufschrift "Bist du einer von denen, die in dieser Krise unserer Geschichte kämpfen, ohne dass andere für dich kämpfen und die Union Jack verteidigen? Kämpfe oder zahle." und einer Waage auf der linken Seite.Greta Koch

Equal Pay Day 2026 in Greifswald: Warum Frauen 58 Tage umsonst arbeiten

Deutschlands Lohnlücke zwischen Frauen und Männern bleibt bei 16 % – deutlich über dem EU-Durchschnitt von 12 %. Trotz jahrzehntelanger Kampagnen wie dem Equal Pay Day hat sich seit den 1990er-Jahren kaum etwas verbessert. In diesem Jahr findet die Veranstaltung erstmals in Greifswald statt, um neue Aufmerksamkeit für das Thema zu wecken.

Die Lohnlücke bedeutet, dass Frauen effektiv 58 Tage im Jahr unbezahlt arbeiten. Die Organisator:innen bereiten nun eine große öffentliche Veranstaltung für 2026 vor, um Druck für Veränderungen aufzubauen.

Der Equal Pay Day 2026 findet am 27. Februar statt – an diesem Tag haben Frauen im Schnitt so viel verdient wie Männer bereits im Vorjahr. Die bundesweite Kampagne wird erstmals in Greifswald ausgerichtet. Ein Bündnis aus dem Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern, dem DGB Nord und dem Institut für Sozialforschung organisiert die Veranstaltung.

Die Öffentlichkeit ist zu einer kostenlosen Kundgebung ab 17 Uhr in der STRAZE eingeladen, mit Musik, kulturellen Beiträgen und Diskussionen. Vor Ort werden Spenden für die Sache gesammelt. Die Organisator:innen betonen, dass die Lohnlücke Frauen vom Berufseinstieg bis zur Rente begleitet – verschärft durch Teilzeitarbeit, unbezahlte Care-Arbeit und berufliche Segregation.

Während Länder wie Österreich langsam, aber stetig Fortschritte machen – dort sank die Lücke um fünf Prozentpunkte in 25 Jahren –, stagniert Deutschland seit Jahren. Bei diesem Tempo könnte es mehr als ein Jahrhundert dauern, bis Gleichheit erreicht ist. EU-weite Vergleiche seit den 1990er-Jahren sind rar, doch Deutschlands Stillstand fällt auf.

Die Veranstaltung 2026 rückt ein Problem in den Fokus, das Frauen im Laufe ihres Berufslebens Tausende Euro kostet. Angesichts ausbleibender Fortschritte fordern Aktivist:innen nun mit Nachdruck politische Reformen und mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Die Kampagne in Greifswald markiert eine neue Phase im jahrzehntelangen Kampf für gleiche Bezahlung.

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