Isaak Cissé: Vom Taxifahrer zur Münchner FC-Bayern-Legende

Theo Schmitz
Theo Schmitz
4 Min.
Ein blau-goldenes Buch mit dem Wort 'Bayern' auf dem Cover, verziert mit detaillierten Designs.Theo Schmitz

Seine Sehnsucht nach seinen Bayern-Idolen trieb ihn nach München - Isaak Cissé: Vom Taxifahrer zur Münchner FC-Bayern-Legende

Isaak Cissé, Taxifahrer und lebenslanger FC-Bayern-Fan, ist in München längst zur lokalen Legende geworden. Bekannt für seinen scharfen Witz und seinen bayerischen Dialekt, wird er bald in einer Dokumentation der BR-Sendung Lebenslinien porträtiert. Die Ausstrahlung erfolgt am Montag, den 2. März, um 22:00 Uhr.

Geboren 1954 in Dakar, wuchs Cissé in Armut mit zwölf Geschwistern auf. In den 1970er-Jahren zog er nach München, um seiner Leidenschaft für den FC Bayern zu folgen. Im Laufe der Jahre machte ihn sein Humor und seine Liebe zum Fußball zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Stadt.

Jahrzehntelang unterhielt Cissé die Zuschauer mit seinen humorvollen Sketchen und Kommentaren am Ende von Blickpunkt Sport, der Sonntags-Sportschau des BR. Seine schlagfertigen Pointen – wie die Umbenennung von Mails San Siro in "San Zero" nach einem verpassten Finale – machten ihn zur Kultfigur. BR-Redakteur Andreas Egertz, der ihn entdeckte, nennt Cissé schlicht den "bayerischen Witzbold".

Trotz seiner senegalesischen Wurzeln spricht Cissé Bayerisch mit gerolltem "R" und lokalen Redewendungen – einen Dialekt, der in München zunehmend seltener wird. Seine unverwechselbare Stimme und ansteckende Begeisterung haben ihn zu einer geliebten Persönlichkeit gemacht. Nach seiner jüngsten Scheidung plant er, seine letzten Jahre in seiner Geburtsstadt Dakar zu verbringen.

Sein Porträt in Lebenslinien wirft einen Blick auf seinen Weg vom ärmlichen Kind in Senegal zu Münchens berühmtestem Taxifahrer und Fußballfan. Die Sendung verspricht intime Einblicke in das Leben des Mannes hinter dem Lachen, dessen Leidenschaft für den FC Bayern und die Stadt bleibende Spuren hinterlassen hat.

Cissés Geschichte begann in Dakar, wo er 1954 in eine große, arme Familie hineingeboren wurde. Mit zwölf Geschwistern war das Leben hart, doch der Fußball bot ihm einen Ausweg. Ende der 1970er-Jahre zog er nach München, getrieben von seiner Verehrung für den FC Bayern.

Mit der Zeit fiel sein größeres als lebensgroßes Temperament dem BR-Redakteur Andreas Egertz auf, der ihn zum "bayerischen Witzbold" krönte und ihm eine Bühne in Blickpunkt Sport bot. Jeden Sonntagabend freuten sich die Zuschauer auf seine abschließenden Einlagen – oft persiflierte er Trainer, Spieler oder Rivalen. Sein schnelle Witz und treffsichere Imitationen machten ihn zum Überraschungsstar.

Eine seiner berühmtesten Pointen fiel nach einem verpassten Finale im Mailänder San Siro: Cissé tauft das Stadion kurzerhand in "San Zero" um – ein Spruch, der bei den Fans hängen blieb. Sein Humor, vorgetragen in akzentfreiem Bayerisch, wurde zu seinem Markenzeichen. Trotz seines senegalesischen Akzents beherrschte er den Dialekt mit gerolltem "R" und lokalen Floskeln so perfekt, dass er zum Münchner Original wurde.

Abseits des Fernsehens blieb Cissé als Taxifahrer ein bekanntes Gesicht in der Stadt. Fahrgäste erkannten ihn oft und nutzten die Gelegenheit, um mit ihm über den FC Bayern oder seine neuesten Auftritte zu plaudern. Sein Ruf wuchs, und er wurde als Münchens berühmtester Taxler und einer der größten Fußballfans der Stadt bekannt.

Kürzlich änderte sich Cissés privates Leben: Nach Jahren der Ehe und Familienzeit ließ er sich scheiden und beschloss, nach Dakar zurückzukehren. Für seine Münchner Fans endet damit eine Ära – sie sehen in ihm längst einen festen Bestandteil der Stadt.

Sein letztes Kapitel wird in Lebenslinien erzählt, das am 2. März ausgestrahlt wird. Die Dokumentation zeigt seinen Aufstieg vom kämpfenden Einwanderer zur Münchner Ikone, die ihre senegalesischen Wurzeln mit bayerischer Identität verband. Auch sein markanter Humor, der Fußballfans jahrzehntelang begeisterte, kommt dabei nicht zu kurz.

Die BR-Dokumentation feiert Cissés einzigartiges Erbe in München. Sein bayerischer Dialekt, sein Humor und seine Liebe zum FC Bayern haben ihn unvergesslich gemacht. Auch wenn er nach Dakar zurückkehrt, bleibt seine Spur in der Stadt – und in ihrer Fußballkultur – unauslöschlich.

Lebenslinien: Isaak Cissé läuft am Montag, den 2. März, um 22:00 Uhr im BR. Die Sendung bietet einen letzten Blick auf den Mann, der zu Münchens berühmtestem Taxifahrer und einem Fußballfan der besonderen Art wurde.

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