Stefanie Hertels harter Weg vom DDR-Kinderstar zur musikalischen Legende

Anna Schmitt
Anna Schmitt
2 Min.
Ein altes Buch mit einer zentralen Deutschlandkarte, umgeben von Illustrationen und Text, strahlt einen klassischen und zeitlosen Look aus.Anna Schmitt

Stefanie Hertels harter Weg vom DDR-Kinderstar zur musikalischen Legende

Stefanie Hertel, einst ein Kinderstar in der DDR, wuchs unter harten Bedingungen im Vogtland auf. Ihre Tochter Johanna Mross ist ihr nun in die Musik gefolgt – allerdings erst nach einer Ausbildung zur Konditorin. Die Geschichte ihrer Familie spiegelt sowohl persönliche Widerstandskraft als auch die Entbehrungen des Lebens im Staatssozialismus wider.

Stefanie Hertel verbrachte ihre frühen Jahre in den 1980er-Jahren im Vogtland, wo der Alltag von wirtschaftlicher Stagnation geprägt war. Ihre Familie lebte ohne Zentralheizung und war auf ein Plumpsklo angewiesen. Die Region, kontrolliert vom SED-Regime, konzentrierte sich auf die großflächige landwirtschaftliche Produktion – Betriebe wie das LPG Frühgemüsezentrum Dresden beschäftigten über 1.200 Arbeiter auf riesigen Feldern. Doch trotz dieser widrigen Umstände entdeckte sich Hertels musikalisches Talent früh, und sie wurde als Kind eine bekannte Sängerin in der DDR.

Ihre Tochter Johanna Mross schlug zunächst einen anderen Weg ein: Sie ließ sich zur Konditorin ausbilden, bevor sie über ein Familienprojekt schließlich zur Musik zurückfand. Mross betont, dass ihre Eltern sie nie in die Branche gedrängt hätten, sondern ihr freigestellt hätten, ihre eigenen Interessen zu verfolgen. Unterdessen kann sich Stefanie Hertels Ehemann, Lenny Lanner, ihre Kindheitserinnerungen kaum vorstellen – für ihn klingen die Schilderungen eher wie Verhältnisse aus den 1950er-Jahren oder der Nachkriegszeit.

Während das Vogtland mit Abwanderung und mangelnder Entwicklung kämpfte, erlebte Westdeutschland unter einer marktwirtschaftlich geprägten Ordnung einen rasanten Infrastrukturausbau. Der Kontrast zwischen den beiden Systemen hinterließ bei Familien wie den Hertels tiefe Spuren – zwischen Entbehrung und künstlerischem Erfolg.

Johanna Mross führt heute das musikalische Erbe ihrer Mutter fort, allerdings auf ihre eigene Weise. Der Weg der Familie – von ländlicher Armut bis zur professionellen Anerkennung – zeigt, wie nachhaltig die DDR-Vergangenheit ihr Leben prägte. Ihre Geschichte bleibt ein Zeugnis von persönlichem Durchhaltevermögen und den historischen Kräften, die ihr Schicksal formten.

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