27 March 2026, 18:17

"Richi"-Meme löst juristischen Streit zwischen Familie und Internetkultur aus

Gruppe von Menschen marschiert mit einem Banner "Klimaziele Abschaffen - Wie wagst du es?" die Straße entlang, mit einem Radfahrer im Vordergrund und Gebäuden, Bäumen, Strommasten, Verkehrszeichen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

"Richi"-Meme löst juristischen Streit zwischen Familie und Internetkultur aus

Ein langjähriger Schweizer Internet-Meme hat eine juristische Auseinandersetzung ausgelöst, nachdem sich die darin gezeigte Familie gegen die unautorisierte Nutzung ausgesprochen hat. Der sogenannte "Richi"-Meme, ein Ausschnitt aus einer TV-Folge von 2010, zeigt einen Jungen, der von einem Bagger fällt, und die entsetzte Reaktion seines Vaters. Nun wehrt sich die Familie Schömbächler gegen die kommerzielle Verwertung des Clips – von Merchandise-Artikeln bis hin zu einem beliebten Lied, das bei internationalen Sportevents gespielt wurde.

Der Meme stammte ursprünglich aus einer Folge der SRF-Sendung "Auf und davon" von 2010, die den Umzug der Familie Schömbächler nach Kanada dokumentierte. Die Szene, in der der junge Richi vom Bagger stürzt und sein Vater Hermann laut ausruft, wurde in der Schweiz zum viralen Hit. Im Laufe der Zeit entstand daraus eine ganze Palette an Fanartikeln – von Socken über Bügelbilder bis hin zu einem Kinderbuch.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

2022 veröffentlichte die Schweizer Band Stubete Gäng den Song "Richi", der Hermanns Ruf sowie das Bagger-Geräusch samplete. Der Track erlangte zusätzliche Bekanntheit, als er zur offiziellen Torhymne der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM 2024 in Prag wurde. Nach den Protesten der Familie kündigten jedoch sowohl die Band als auch der Schweizer Eishockeyverband an, das Lied nicht mehr zu verwenden.

Stubete Gäng bestätigte, den Song ohne Hermanns Stimme neu aufnehmen zu wollen. Das Unternehmen Swissmeme, das "Richi"-Produkte vertrieben hatte, gab an, noch in Verhandlungen mit dem SRF über die Nutzung der Aufnahme zu stehen. Die Familie, die jahrelang Medienaufmerksamkeit mied, um die Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen, sieht sich nun trotz ihrer Ablehnung weiterhin mit öffentlichen Bezügen konfrontiert.

Durch die rechtlichen Schritte der Schömbächlers hat sich die Nutzung des Memes bereits verändert: Der Song wurde überarbeitet, und die Eishockey-Mannschaft verzichtet auf die Hymne. Dennoch bleiben kommerzielle Artikel mit dem Clip erhältlich, während die Gespräche mit dem SRF andauern. Der Fall zeigt das Spannungsfeld zwischen viralem Content und dem Persönlichkeitsrecht – insbesondere beim Schutz des eigenen Bildes und der Stimme.

Quelle