Renaturierung im Vogelsberg: Wie ein überflutetes Naturschutzgebiet neues Leben bekam
Hannah BrandtRenaturierung im Vogelsberg: Wie ein überflutetes Naturschutzgebiet neues Leben bekam
Gebiet im Naturschutz "Maculinea-Schutzzone" bei Neustadt nach Jahren der Überflutungen erfolgreich renaturiert
Ein beschädigter Bachlauf im FFH-Gebiet Maculinea-Schutzzone nahe Neustadt ist nach jahrelangen Überschwemmungen vollständig wiederhergestellt worden. Das im September abgeschlossene Projekt hat die vernässten Feuchtwiesen revitalisiert und die Lebensbedingungen für die heimische Tierwelt deutlich verbessert. Finanziert wurden die Maßnahmen aus dem Hessischen Klimaplan 2030, der damit sowohl dem Naturschutz als auch der Landwirtschaft in der Region zugutekommt.
Im Gebiet Rohrhecke im Vogelsbergkreis war es im Sommer 2022 zu einem Rohrbruch gekommen, durch den bis zu drei Hektar Grünland und Wirtschaftswege überflutet wurden. Jahre lang blieb das Gelände unbrauchbar, bis im Januar 2025 die Sanierungsarbeiten begannen. Im Fokus stand die Wiederherstellung des natürlichen Bachverlaufs.
Dazu wurde ein neues Bachbett angelegt, und eine naturnahe Furt ermöglicht nun landwirtschaftlichen Fahrzeugen eine sichere Querung. Die Maßnahmen haben den Wasserhaushalt stabilisiert und verhindern, dass Lebensräume in sommerlichen Dürreperioden austrocknen. Das Wasser wird gezielt in Bereiche geleitet, in denen heimische Arten wie der Feuersalamander oder die Geburtshelferkröte ideale Bedingungen vorfinden.
Schon im kommenden Sommer soll das renaturierte Gelände wieder für die Heumahd nutzbar sein. Landwirte können die Wege und Flächen dann wieder bewirtschaften, während das Projekt gleichzeitig den langfristigen Schutz des seltenen Maculinea-Schmetterlings sichert – jenes Blauflügels, dem das FFH-Gebiet seinen Namen verdankt.
Aus einem einst überfluteten Areal ist so ein funktionaler Raum entstanden, der sowohl der Landwirtschaft als auch dem Artenschutz dient. Der Erfolg des Projekts bedeutet, dass die Wiesen künftig wieder als Futtergrundlage dienen und der Bach ein stabiles Habitat für klimasensible Arten bietet. Ermöglicht wurde die Renaturierung durch Fördermittel aus dem Hessischen Klimaplan 2030, der damit nachhaltige Vorteile für die regionale Umwelt und Landwirtschaft schafft.






