Psychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Greta KochPsychotherapeuten protestieren in Berlin gegen geplante Honorarkürzungen von 4,5 Prozent
Rund 1.000 Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten versammelten sich in Berlin, um gegen geplante Honorarkürzungen zu protestieren. Die Demonstration richtete sich gegen eine um 4,5 Prozent reduzierte Vergütung, die ab dem 1. April in Kraft treten soll. Die Organisatoren forderten die Bundesregierung auf, die Entscheidung vor ihrem Inkrafttreten zurückzunehmen.
Die Kundgebung wurde von der Aktionsallianz Psychotherapie angeführt, zu den Rednerinnen zählten die Politikerin Ricarda Lang (Bündnis 90/Die Grünen) und Heidi Reichinnek von der Linken. Die Demonstranten hielten Schilder mit Parolen wie "4,5 % Kürzung = 100 % falsch berechnet" oder "Weniger Psychotherapie heute = höhere Kosten morgen".
Die Honorarkürzungen waren vom Erweiterten Bewertungsausschuss beschlossen worden, dem Vertreter der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) sowie unabhängige Mitglieder angehören. Die KBV lehnte die Entscheidung jedoch ab und kündigte an, rechtlich dagegen vorzugehen.
Das Bundesgesundheitsministerium unter der Leitung von Ministerin Nina Warken (CDU) hat bis Mitte Mai Zeit, einzugreifen und die Kürzungen zu stoppen. Ohne Gegenmaßnahmen gelten die niedrigeren Sätze ab April.
Der Protest zeigte die massive Ablehnung der Honorarkürzungen in der Psychotherapeutenschaft. Sollten die Kürzungen umgesetzt werden, hätten sie Auswirkungen auf sowohl Behandelnde als auch Patientinnen und Patienten. Die anstehende Klage der KBV und die Entscheidung des Ministeriums werden darüber entscheiden, ob die Kürzungen wie geplant durchgeführt werden.






