27 March 2026, 12:24

Gewalt gegen Bahnmitarbeiter bleibt trotz neuer Sicherheitsmaßnahmen ungebrochen

Altes Buch mit dem Titel 'Reglamento de Conductor' mit einer Zeichnung eines Zuges auf dem Cover und einem Stempel auf der rechten Seite.

Gewalt gegen Bahnmitarbeiter bleibt trotz neuer Sicherheitsmaßnahmen ungebrochen

Gewalt gegen Bahnmitarbeiter in Deutschland bleibt auch nach tödlichem Angriff Anfang 2026 ein drängendes Problem. Seit 2023 verzeichnen die jährlichen Statistiken über 3.000 Vorfälle pro Jahr – mit kaum Anzeichen für eine Besserung. Nun geraten Gewerkschaften und Verkehrsverantwortliche über notwendige Schutzmaßnahmen für das Personal aneinander.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fordert nach der Tötung eines Fahrkartenkontrolleurs verpflichtende Zweier-Teams für Zugbegleiter. EVG-Chef Martin Burkert kritisierte die jüngste Entscheidung der Verkehrsministerkonferenz scharf und warnte, die Gewalt werde ohne strengere Schutzvorkehrungen weiter zunehmen. Die Minister lehnten jedoch bundesweite Personalvorgaben ab und verwiesen darauf, dass die bereits umgesetzten – wenn auch kostspieligen – Sicherheitsmaßnahmen der Deutschen Bahn ausreichten.

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Die Bahn hat bereits Körperkameras für Kundenservice-Mitarbeiter eingeführt und die Pflicht zur Vorlage des Dienstausweises für Kontrolleure abgeschafft. Parallel laufen weiterhin Gespräche über eine verbesserte Videoüberwachung an Bahnhöfen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder will bis Ende April prüfen, wie wirksam die getroffenen Maßnahmen sind.

Die Bundesregierung betont, sie arbeite im Rahmen des bestehenden Haushalts, um Finanzierungsanfragen zu bedienen. Zwar begrüßten die Minister die Schritte der Deutschen Bahn, räumten aber ein, dass zusätzliche Sicherheit mit hohen Kosten verbunden sei. Offizielle Zahlen zu den Angriffen im Jahr 2026 liegen noch nicht vor – die bisherigen Daten deuten jedoch auf ein unvermindert schwerwiegendes Problem hin.

Der Streit lässt Bahnmitarbeiter vorerst ohne konkrete Zusagen für weiteren Schutz zurück. Zwar hat die Deutsche Bahn ihre Sicherheitsvorkehrungen ausgebaut, doch die Gewerkschaften halten diese für unzureichend. Da es keine gesetzliche Verpflichtung zu Zweier-Teams gibt, rückt nun in den Fokus, ob die bestehenden Maßnahmen die Gewalt in den kommenden Monaten tatsächlich eindämmen können.

Quelle