Anna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – zwischen Jubel und Protesten
Theo SchmitzAnna Netrebko feiert triumphale Rückkehr an die Berliner Staatsoper – zwischen Jubel und Protesten
Anna Netrebko kehrt an die Berliner Staatsoper zurück – mit Jubel und Protesten
Anna Netrebko stand nach Jahren erstmals wieder auf der Bühne der Berliner Staatsoper – in einer mutigen Neuinszenierung von Un ballo in maschera. Die unter der Leitung von Enrique Mazzola stehende Aufführung dauerte fast drei Stunden und löste sowohl begeisterten Applaus als auch vereinzelt Buhrufe im Publikum aus. Vor dem Opernhaus versammelte sich eine kleine, aber lautstarke Gruppe von Demonstranten mit ukrainischen Fahnen und verwies damit auf die anhaltende Debatte um die Auftritte der Sopranistin in Deutschland.
Netrebko übernahm in Giuseppe Verdis Oper die Rolle der Amelia im Rahmen des Festprogramms der Staatsoper. Die von Rafael R. Villalobos inszenierte Produktion griff Themen der queeren Ballroom-Kultur und der AIDS-Krise auf und verlieh bestimmten Szenen eine moderne Note. Während die Regie auf geteilte Reaktionen stieß, war auch das Publikum gespalten: Begeisterter Jubel füllte den Saal, doch einige Zuschauer pfiffen aus.
Die Rückkehr der Sängerin nach Berlin erfolgt nach Jahren der Kontroverse. Kritiker verweisen auf ihre angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin und frühere Auftritte in Moskau. Netrebko, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, ist seit ihrer öffentlichen Distanzierung von Russland nicht mehr dort aufgetreten, wie Intendantin Elisabeth Sobotka bestätigte. Ihr jüngster Auftritt erinnerte an ihre Nabucco-Vorstellungen im März 2026, als ausverkaufte Häuser im Opernsaal mit Protesten draußen kontrastierten.
Rund 50 Demonstranten versammelten sich vor der Vorstellung, schwenkten ukrainische Fahnen und skandierten Parolen. Ihre Anwesenheit unterstrich die fortbestehenden Spannungen, während Netrebkos Auftritte weiterhin auf starke Unterstützung bei Opernfreunden stoßen.
Die fast dreistündige Inszenierung von Un ballo in maschera endete trotz einiger Ablehnung mit anhaltendem Beifall. Netrebkos Darstellung bleibt ein Kristallisationspunkt für künstlerische Anerkennung wie politische Debatten. Die Entscheidung der Staatsoper, sie zu engagieren, spiegelt den schwierigen Spagat zwischen kulturellen Veranstaltungen und öffentlicher Stimmung im heutigen Deutschland wider.






