08 April 2026, 04:14

Zwei Statuen, zwei Erinnerungen: Mahnmal in Brandenburg und Kolumbus-Debatte in den USA

Eine Straße mit einem Holocaust-Denkmal in der Mitte, umgeben von einem Metallzaun, umgeben von Gras, Bäumen, Häusern, einem Straßenpfahl und einem bewölkten Himmel.

Zwei Statuen, zwei Erinnerungen: Mahnmal in Brandenburg und Kolumbus-Debatte in den USA

An der Seite einer ruhigen Straße in Brandenburg steht nun eine Skulptur aus Cortenstahl – ein Mahnmal für eine dunkle Phase der deutschen Geschichte. Die 2018 errichtete Statue erinnert an die Menschen, die in den 1940er-Jahren auf dem Gut Neuendorf im Sande zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Unterdessen wurde in den USA eine andere Statue – diesmal von Christoph Kolumbus – in der Nähe des Weißen Hauses wiederaufgestellt und löst damit eine Debatte über historische Erinnerung und ihre Symbole aus.

Die Brandenburger Statue entstand auf Initiative eines Überlebenden, dessen Schwester Jutta Baumwol von Neuendorf nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Das Mahnmal dient Nachkommen als Ort der Trauer und des Gedenkens und soll dafür sorgen, dass dieses Kapitel der Geschichte nicht in Vergessenheit gerät. Es steht am Eingang des Guts, wo sich Besucher am Holocaust-Gedenktag und zum Jahrestag der Befreiung versammeln.

In Washington ordnete Präsident Donald Trump die Aufstellung der Kolumbus-Statue an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building an. Die Bronzefigur ist ein Nachguss der Originalstatue, die 1984 von Präsident Ronald Reagan in Baltimore enthüllt worden war. Trumps Schritt erfolgte nach den flächendeckenden Abrissen von Kolumbus-Denkmälern während der Black-Lives-Matter-Proteste 2020, die durch den Tod von George Floyd ausgelöst worden waren.

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Italienisch-amerikanische Gruppen begrüßten die Entscheidung; eine Organisation erklärte, die Statue werde nun "friedlich strahlen" und bleibe "geschützt". Kritiker hingegen sehen in der Wiedererrichtung einen Versuch, Kolumbus als "ursprünglichen amerikanischen Helden" neu zu stilisieren – mitten in der breiten Auseinandersetzung um die historische Aufarbeitung.

Die beiden Statuen – eine in Deutschland, eine in den USA – stehen als gegensätzliche Symbole dafür, wie Nationen ihre Vergangenheit aufarbeiten oder umdeuten. Das Brandenburger Mahnmal bewahrt die Geschichten der Zwangsarbeiter und schafft einen Raum des Erinnerns. Die Rückkehr der Kolumbus-Statue in den USA spiegelt die anhaltenden Spannungen wider, welche historischen Persönlichkeiten geehrt werden. Beide sind sichtbare Zeichen dafür, wie Geschichte bewahrt, umstritten oder neu interpretiert wird.

Quelle