08 April 2026, 08:25

"Zeit"-Chef von der Kall warnt trotz Rekord-Abos: Medienbranche braucht radikalen Wandel

Schwarze und weiße Zeitungsvorderseite der New York Daily News vom 1. Oktober 1894 mit einem Mann im Anzug und Krawatte und kleineren Bildern von Menschen, Gebäuden und Text.

"Zeit"-Chef von der Kall warnt trotz Rekord-Abos: Medienbranche braucht radikalen Wandel

Nils von der Kall übernahm im Februar 2023 die Geschäftsführung der Zeit von Rainer Esser, der das Blatt über viele Jahre hinweg geprägt hatte. Unter seiner Führung verzeichnet die Wochenzeitung nun Rekordzahlen bei den Abonnements. Dennoch warnt er: Die Medienbranche müsse sich wandeln, um den Qualitätsjournalismus zu bewahren.

Von der Kall trat sein Amt in einer Phase tiefgreifender Umbrüche im Mediensektor an. Er hat von Anfang an klar gemacht, dass es kein Weiter so geben werde – die Branche stehe vor existenziellen strukturellen Herausforderungen. Schwache Werbeeinnahmen verschärfen den Druck und zwingen Verlage, ihre Geschäftsmodelle grundlegend zu überdenken.

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In den kommenden Wochen will er alle zentralen Geschäftsbereiche der Zeit einer Prüfung unterziehen. Sein Ziel ist eine langfristige Strategie, die den Erfolg der Zeitung weit über das Jahr 2030 hinaus sichert. Zwar steigen die Abonnentenzahlen, doch betont er, dass ein grundlegender Wandel notwendig sei, um die Unabhängigkeit des Journalismus zu schützen.

Im Gespräch mit turi2, einer Publikation des Medienfachverlags Oberauer, unterstrich von der Kall die Dringlichkeit des Handelns. Er erwarte tiefgreifende Veränderungen und bestehe darauf, dass nur proaktive Maßnahmen die Zukunft vertrauenswürdiger Medienhäuser sichern könnten.

Mit Abonnementzahlen auf Rekordniveau beginnt für die Zeit unter von der Kalls Führung eine neue Phase. Seine anstehende Analyse der Geschäftsbereiche wird den Weg des Verlages maßgeblich prägen. Im Mittelpunkt steht dabei die Balance zwischen Wachstum und der Notwendigkeit eines nachhaltigen, hochwertigen Journalismus.

Quelle