Zikaden-Plage bedroht deutsche Zuckerrüben und Kartoffelernte
Ein winziges Insekt bereitet deutschen Landwirten große Sorgen. Die Zikade Hyalesthes obsoleta, auch als Schilfzikade bekannt, überträgt Krankheiten, die Zuckerrüben und Kartoffeln befallen – zwei der wichtigsten Kulturpflanzen in Deutschland. Bauern warnen: Ohne chemische Behandlungen könnten grundlegende Nahrungsmittel bald ganz von den deutschen Äckern verschwinden.
Die Schilfzikade gedeiht besonders gut unter modernen Anbaubedingungen. Sie hat sich ideal an die heutigen Monokulturen und schnellen Fruchtfolgen angepasst, die die Landwirtschaft prägen. Die ausgewachsenen Tiere fliegen in Rüben-, Kartoffel- und Gemüsefelder, saugen dort Pflanzensaft und legen ihre Eier im Boden ab. Dabei übertragen sie Krankheitserreger, die die Pflanzen schwächen.
Die Larven der Zikade überwintern im Erdreich. Im Frühjahr schlüpfen sie und befallen die Wurzeln verschiedener Pflanzen, wodurch sich die Krankheiten weiter ausbreiten. Ohne Pestizide leiden befallene Felder unter Ertragseinbußen – für die Landwirte bedeutet das finanzielle Verluste.
Aktuell setzen die Bauern auf Neonikotinoide, eine Insektizidgruppe, um den Schädling zu bekämpfen. Doch diese Wirkstoffe stehen in der EU wegen ihrer schädlichen Auswirkungen auf Bestäuber wie Bienen in der Kritik. Verunreinigter Pollen und Nektar können nützliche Insekten vergiften, was bereits in vielen Fällen zu Verboten geführt hat. Dennoch gibt es in Deutschland immer wieder Notfallzulassungen für Neonikotinoide – eine Praxis, die die Debatte über ihren langfristigen Einsatz anheizt.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) fordert nun Änderungen in der Pestizidregulierung. Er plädiert für dauerhafte Zulassungen bestimmter Wirkstoffe und warnt, dass die aktuellen Einschränkungen die Nahrungsmittelproduktion gefährden. Zudem will der Verband den Einfluss des Umweltbundesamts bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln zurückdrängen.
Die Schilfzikade bleibt eine anhaltende Bedrohung für die deutsche Landwirtschaft. Die Landwirte sind auf chemische Mittel angewiesen, um ihre Erträge zu sichern – doch regulatorische Hürden und Umweltbedenken erschweren die Lösung. Ohne wirksame Schädlingsbekämpfung könnten der Anbau von Zuckerrüben und Kartoffeln in den kommenden Jahren vor ernsten Herausforderungen stehen.






