ZDK reformiert Führung und trennt sich vom Kraftfahrzeuggewerbe
Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDK) hat seine Führungsstruktur grundlegend reformiert und damit die bisherigen Personalunion-Regelungen mit dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZVK) beendet. Die im Januar beschlossenen Änderungen zielen darauf ab, mehr Transparenz zu schaffen und die aktuellen Branchenbedingungen widerzuspiegeln. Die Spannungen zwischen den beiden Verbänden hatten sich in den vergangenen Monaten zugespitzt und gipfelten nun in einer offiziellen Trennung.
Mit den Reformen entfallen drei bisher garantierte Sitze sowie ein Vizepräsidentenposten, die der ZVK innehatte. Nach den neuen Regeln soll nur noch ein Mitglied aus der Handwerksführung stammen, während alle Personalentscheidungen künftig von der Mitgliederversammlung getroffen werden. Der ZDK betont, dass erfahrene Branchenvertreter über dieses Verfahren weiterhin Führungspositionen erreichen können.
Die Ausschüsse fungieren nun rein als Beratungsgremien, während das Sprecherrecht ausschließlich der Verbandsführung vorbehalten bleibt. Zudem führt die Reform direkte Mitgliedschaftswege für Betriebe ein: Diese können sich künftig auch dann dem ZDK in Bonn anschließen, wenn ihre Landesverbände austreten. Damit soll verhindert werden, dass Innungen nach möglichen Abspaltungen isoliert werden.
Der Konflikt eskalierte im Oktober 2025, als der ZVK Anspruch auf 95 Prozent der ZDK-Mitgliedsbeiträge erhob und damit eine juristische Auseinandersetzung auslöste. Zwar hat der Streit um die Abgasuntersuchungsgebühren (AU) an rechtlicher Brisanz verloren, doch bleiben tiefgreifende Meinungsverschiedenheiten ungelöst. Der ZDK plant nun, in den betroffenen Regionen verstärkt Aufklärungsarbeit zu leisten, um die Gründe und Folgen möglicher Austritte zu erläutern.
Die Reformen markieren einen deutlichen Bruch mit der bisherigen Zusammenarbeit zwischen ZDK und ZVK. Führungspositionen werden künftig über die Mitgliederversammlung besetzt, und den Beratungsgremien wurde die Entscheidungsbefugnis entzogen. Gleichzeitig bereitet sich der Verband auf mögliche Mitgliederverschiebungen vor, indem er Betrieben direkte Anschlussoptionen anbietet.