31 March 2026, 16:23

Wirtschaftsexperte Truger warnt vor neuer Krise durch Golfkonflikt und fordert EU-Notfallplan

Plakat mit der Überschrift "Unter Präsident Bidens Inflationsreduktionsgesetz" mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, unterteilt in zwei Abschnitte, die die Auswirkungen des Gesetzes erläutern und graphische Darstellungen in Blau und Grün bereitstellen.

Wirtschaftsexperte Truger warnt vor neuer Krise durch Golfkonflikt und fordert EU-Notfallplan

Deutschlands führender Wirtschaftsexperte, Achim Truger, warnt vor einer neuen globalen Krise, ausgelöst durch steigende Preise im Zuge des Golfkonflikts. Er drängt nun auf eine entschlossene makroökonomische Reaktion der EU, um schwere wirtschaftliche Folgen abzuwenden.

Trugers Vorschläge umfassen Preiskontrollen, die Aussetzung von Schuldenregeln sowie gezielte Finanzhilfen für besonders betroffene Mitgliedstaaten. Der Ökonom hat eine Reihe von Notfallmaßnahmen skizziert, um die Volkswirtschaften vor dem drohenden Preisschock zu schützen. Er empfiehlt, die bereits eingeführten Preisbremsen für Gas, Öl und Strom wieder zu aktivieren, während gleichzeitig Anreize für Energiesparmaßnahmen erhalten bleiben. Der Grundbedarf an Energie soll subventioniert werden, um Haushalte zu entlasten.

Um übermäßige Preissprünge in den Energie- und Lieferketten zu verhindern, plädiert Truger für strikte Preisobergrenzen. Gleichzeitig schlägt er vor, die Schuldenbremse in der gesamten EU vorübergehend auszusetzen, um den Regierungen mehr Spielraum für die Finanzierung von Krisenmaßnahmen zu verschaffen. Über die Notfallklausel der Schuldenbremse könnten kurzfristige, zielgerichtete Unterstützungsprogramme finanziert werden.

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Für Arbeitnehmer, die unter der Inflation leiden, regt Truger einen temporären Inflationsausgleichsbonus an, der steuer- und abgabenfrei ausgezahlt wird. Dies würde einmalige Zahlungen ermöglichen, ohne langfristige Lohn-Preis-Spiralen anzufachen. Zudem fordert er eine enge Zusammenarbeit zwischen Regierungen und Sozialpartnern, um Preise und Löhne zu stabilisieren.

Als Vorbild verweist Truger auf frühere EU-Krisenreaktionen wie den Wiederaufbaufonds NextGenerationEU. Während der Pandemie hatte die EU unter anderem Zuschüsse in Höhe von 8,1 Milliarden Euro für die Entwicklung des ländlichen Raums bereitgestellt und gemeinsame Schulden aufgelegt, um Ländern mit begrenzten finanziellen Handlungsspielräumen zu helfen. Ein ähnliches Vorgehen, so Truger, könnte nun schwächeren Volkswirtschaften helfen, die Krise zu überstehen.

Ein abgestimmtes Maßnahmenpaket, davon ist Truger überzeugt, würde den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB) verringern und unnötige Zinserhöhungen möglicherweise vermeiden. Ohne schnelles Handeln, warnt er, könnte sich die Lage zu einem tieferen wirtschaftlichen Abschwung zuspitzen.

Trugers Plan kombiniert Preiskontrollen, Flexibilität bei den Schuldenregeln und direkte Finanzhilfen, um die EU-Wirtschaft zu stabilisieren. Die Maßnahmen zielen darauf ab, Haushalte zu schützen, Lohn-Preis-Spiralen zu verhindern und die EZB zu entlasten.

Würden die Vorschläge umgesetzt, wäre dies eine Rückkehr zu groß angelegten EU-Interventionen – ähnlich wie während der Pandemie –, um die Mitgliedstaaten vor den schlimmsten Folgen der Krise zu bewahren.

Quelle