14 June 2026, 12:13

Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Kritik an Kinski-Szene zurück

Das Unbehagen Hat Viele Seiten

Wim Wenders zieht Falsche Bewegung nach Kritik an Kinski-Szene zurück

Eine Debatte ist über Wim Wenders’ Film Falsche Bewegung aus dem Jahr 1975 entbrannt, im Mittelpunkt steht eine umstrittene Szene mit der damals 13-jährigen Nastassja Kinski. Der Film wurde im März im Frankfurter Filmmuseum gezeigt, was die Diskussion über sein problematisches Erbe neu entfacht hat. Die öffentliche Reaktion rückt vergangene Sexismus-Strukturen und die späte gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem „Lolita-Komplex“ in den Fokus.

Kritik entzündet sich vor allem an Kinskis halb nacktem Auftritt in dem Film. Jahrelang hatte sie sich dafür eingesetzt, die Szene entfernen zu lassen. Wenders lehnte anfängliche Forderungen nach einer Überarbeitung ab und lehnte es in seiner Dankesrede bei den Deutschen Filmpreisen öffentlich ab, die Szene zu kürzen – was die Aufmerksamkeit für das Thema weiter verstärkte.

Nach massiver Kritik entschuldigte sich Wenders schließlich bei Kinski und zog den Film aus dem Verleih zurück. Die Debatte zog auch andere Schauspielerinnen in ihren Bann: Brooke Shields schilderte in ihrer Dokumentation Pretty Baby: Brooke Shields ihre ambivalenten Erfahrungen als Kinderstar. Jodie Foster hingegen erinnerte sich an ihre Zeit als junge Darstellerin in Taxi Driver als humorvoll und unbeschwert.

Schauspielerinnen wie Natalie Portman, Dakota Fanning und Kirsten Dunst äußerten sich zu den Verantwortlichkeiten von Darstellern und Publikum. Manche argumentierten, Filme ließen sich ohne Verlust ihrer künstlerischen Substanz bearbeiten. Andere bestanden darauf, dass Originalwerke unabhängig von ihrem Inhalt unverändert bleiben sollten.

Die Diskussionen um Falsche Bewegung werfen ein Schlaglicht auf historische Einstellungen gegenüber Kinderdarstellern und deren Darstellung auf der Leinwand. Wenders’ Entscheidung, den Film zurückzuziehen, ist eine deutliche Reaktion auf die Kritik. Die Debatte prägt weiterhin den Diskurs über künstlerische Integrität und ethische Verantwortung im Kino.

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