Wasserstoffstrategie scheitert: Milliardenförderung ohne sichtbaren Erfolg
Theo SchmitzWasserstoffstrategie scheitert: Milliardenförderung ohne sichtbaren Erfolg
Deutschlands Vorstoß für eine wasserstoffbasierte Zukunft ist trotz beträchtlicher Fördergelder auf Rückschläge gestoßen. Bis Ende 2025 war zwar mehr als die Hälfte der 142 Millionen Euro für Energieforschung ausgegeben worden, doch zentrale Projekte hinkten weit hinter den Erwartungen her. Kritiker stellen nun infrage, ob die Steuergelder sinnvoll eingesetzt wurden.
Die Bundesregierung hatte den Aufbau eines Wasserstoff-Kernnetzes vorangetrieben, vor allem für industrielle Anwendungen. Doch in anderen Bereichen stockt der Fortschritt. Von den 120 Millionen Euro, die 2024 und 2025 für den Bau von Elektrolyseuren vorgesehen waren, flossen bis 2025 lediglich 4,1 Millionen Euro.
Noch schlechter lief es bei den Wasserstofftankstellen. Das Programm, das den Bau von 100 Stationen vorsah, endete mit nur 20 fertiggestellten Anlagen. Von den 61 Millionen Euro Fördermitteln wurden lediglich 16,3 Millionen ausgegeben. Empfänger gaben sogar 9 Millionen Euro an ungenutzten Subventionen zurück, nachdem Projekte nicht realisiert wurden.
Die Grünen-Politiker Martin Stümpfig und Markus Büchler machten Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger für die Fehlverwendung der Gelder verantwortlich. Sie warfen ihm vor, Steuergelder in unwirksame Projekte verschwendet zu haben. Energieexperten zweifeln zudem an der Eignung von Wasserstoff für Heizungen oder den Verkehr und verweisen auf die hohen Produktionskosten.
Unterdessen kämpft die bayerische Landesregierung mit einer schwachen Nachfrage nach ihren Wasserstoff-Förderprogrammen. Ein großer Teil des Budgets blieb ungenutzt, was weitere Zweifel an der Machbarkeit der Technologie aufkommen lässt. Selbst bei nationalen Anstrengungen wäre Deutschland weiterhin auf den Import großer Mengen Wasserstoff angewiesen – ähnlich wie heute bei Erdgas.
Die Wasserstoffstrategie zeigt bisher gemischte Ergebnisse. Zwar wurden Forschungsgelder abgerufen, doch bei der Infrastruktur hinkt die Umsetzung den Zielen hinterher. Angesichts begrenzter Fortschritte und der anhaltenden Importabhängigkeit bleibt die Zukunft des Wasserstoffs in Deutschland ungewiss.






