Warum die Welt nicht aufhört, über alles eine Meinung zu haben
Meinungen gibt es heutzutage überall. Talkshows, Podcasts und Online-Foren produzieren sie ununterbrochen. Die Welt scheint entschlossen, zu keinem Thema jemals die Gesprächsstoff auszugehen.
Der Autor hörte kürzlich vehemente Ansichten zum Nahostkonflikt, zu Windkraftanlagen und sogar zu veganen Torwarthandschuhen. Schweigen zu einer Frage gilt fast schon als Tabu. Skeptisch bleibt er gegenüber den Vorzügen achtsamen Atmens und schlägt vor, jede Person auf nur drei Meinungen pro Tag zu beschränken.
In einem verspielt gedachten Experiment stellt sich der Autor vor, wie die Natur selbst ihre Urteile über den Menschen fällen würde. Ein Kaktus, Mücken und Sonnenblumen äußern sich zu menschlichem Verhalten. Eine Theorie besagt, dass Menschen die Natur aufsuchen, gerade weil sie sich gleichgültig gegenüber ihren Angelegenheiten zeigt. Eine andere Vorstellung malt sich aus, wie das Mittelmeer Urlauber nach ihrem Benehmen sortiert.
Der Strom der Meinungen reißt nicht ab. Die Natur, so die spielerische Idee, könnte ihre eigenen Bewertungen hinzufügen. Doch die Welt wird ohnehin weiter unermüdlich neue Perspektiven hervorbringen.
