14 March 2026, 14:22

Thüringer Imker zwischen Hoffnung und Sorge im neuen Bienenjahr

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Bienenstocks umgeben von Pflanzen und B├Ąumen, mit dem Text "Wee, bring den Honig zur├╝ck in den Stock, aber andere, durch unsere Arbeit's thrive".

Kalter Winter hilft Th├╝ringens Bienen - Sorgen bleiben - Thüringer Imker zwischen Hoffnung und Sorge im neuen Bienenjahr

Imker in Thüringen starten mit gemischten Gefühlen ins neue Jahr – vorsichtiger Optimismus trotz anhaltender Herausforderungen

Während die Winterverluste bisher gering ausfielen, belasten wirtschaftliche Sorgen und die anhaltende Bedrohung durch die Varroa-Milbe die Bienenhaltung in der Region. Die geringe Zahl hauptberuflicher Imker steht dabei im Kontrast zu einer weitaus größeren, oft nicht erfassten Gemeinschaft von Hobbyimkern.

Die frostigen Temperaturen und die stetige Schneedecke in diesem Winter kamen den Bienenvölkern zugute. Die Kälte ermöglichte den Bienen eine ruhige Winterpause ohne die Belastung durch plötzliche Temperaturschwankungen. Laut dem Thüringer Imkerverband gab es unter den registrierten Mitgliedern keine nennenswerten Verluste in dieser Saison.

Doch der frühe Frühlingsbeginn bringt sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Die blühenden Palmkätzchen, eine wichtige frühe Nahrungsquelle, liefern bereits Pollen für die Bienenbrut. Gleichzeitig könnte die schnelle Erwärmung die Völker verfletzbar machen, falls Spätfröste eintreten. Imker beschreiben die Situation als "zweischneidig": Ein starkes Wachstum jetzt könnte durch unerwartete Kälte wieder zunichtegemacht werden.

Die wirtschaftliche Lage verschärft die Probleme zusätzlich. Nur etwa 10 bis 15 Imker in Thüringen arbeiten hauptberuflich, während die meisten gegen billigen Import-Honig ankämpfen. Rund 3.000 Hobbyimker sind beim Landesverband offiziell gemeldet, doch die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen. Viele betreiben die Bienenhaltung nebenbei, was eine genaue Erfassung der Völker erschwert.

Die Varroa-Milbe bleibt eine ständige Gefahr, schwächt die Larven und verbreitet Krankheiten in den Stöcken. Zur Bekämpfung der Parasiten müssen die Imker strenge Behandlungsvorgaben einhalten. Zuchtprogramme für widerstandsfähigere Honigbienen laufen zwar, doch die Fortschritte sind langsam.

Mit vorsichtigem Optimismus, aber auch praktischen Sorgen blicken Thüringens Imker auf die neue Saison. Die Überlebensraten im Winter waren gut, doch Spätfröste und die Varroa-Milbe könnten den Erfolg noch gefährden. Angesichts weniger Hauptberuflicher und vieler nicht erfasster Hobbyimker hängt die Zukunft der Bienenhaltung in der Region davon ab, wirtschaftliche Zwänge und den Schutz der Völker in Einklang zu bringen.

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