Syriens zögerliche Erholung: Wiederaufbauprojekte und Milliardeninvestitionen geben Hoffnung
Hannah BrandtSyriens zögerliche Erholung: Wiederaufbauprojekte und Milliardeninvestitionen geben Hoffnung
Syriens Wirtschaft zeigt vorsichtige Anzeichen einer Erholung, während große Wiederaufbauprojekte voranschreiten. Die Regierung hat Währungsreformen eingeleitet und Milliarden an ausländischen Investitionen gesichert, während internationale Unternehmen zunehmend Interesse am Wiederaufbau des vom Krieg gezeichneten Landes bekunden.
Erst kürzlich führte die syrische Regierung neue Banknoten ein und strich zwei Nullen von der Währung, um Transaktionen zu vereinfachen. Diese Maßnahme fällt in eine Zeit, in der das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes für dieses Jahr auf 60 bis 65 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Der Staatshaushalt für 2026 ist mit 10,5 Milliarden US-Dollar veranschlagt.
Der Wiederaufbau bleibt eine Priorität: Die Weltbank beziffert die Gesamtkosten auf 216 Milliarden US-Dollar – fast ein Drittel davon wird für den Neubau von Wohnraum benötigt. Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben bereits über 28 Milliarden US-Dollar an Investitionen zugesagt, um diese Bemühungen zu unterstützen.
Auch Deutschland spielt eine zentrale Rolle. Die KfW, im Auftrag der Bundesregierung, hat seit Anfang letzten Jahres Fördermittel in Höhe von 119 Millionen Euro für syrische Wiederaufbauprojekte bewilligt. Der bayerische Hersteller Knauf unterzeichnete eine Absichtserklärung zum Bau eines Gipswerks, während Siemens Energy die Modernisierung des syrischen Stromnetzes prüft.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche traf sich mit dem syrischen Präsidenten Ahmed al-Sharaa und äußerte sich optimistisch über eine "blühende Handelsbeziehung" zwischen beiden Ländern. Der Bertelsmann-Transformationsindex (BTI) hob zudem Syriens "bedeutende Fortschritte bei der politischen Transformation" hervor und stufte das Land als das mit der stärksten Verbesserung unter 137 bewerteten Staaten ein.
Mit zunehmenden ausländischen Investitionen und voranschreitenden Infrastrukturprojekten gewinnt der Wiederaufbau Syriens an Fahrt. Die wirtschaftlichen Verbindungen zu Deutschland und den Golfstaaten dürften sich weiter vertiefen, während die Wiederaufbauarbeiten fortschreiten.






