Siemens plant radikale Umstrukturierung für seine "One Tech Company"-Strategie
Hannah BrandtSiemens plant radikale Umstrukturierung für seine "One Tech Company"-Strategie
Siemens bereitet möglicherweise eine große interne Umstrukturierung im Rahmen seiner "One Tech Company"-Strategie vor. Berichten zufolge könnte der Konzern seine Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure auflösen. Der Schritt würde einen deutlichen Wandel für das Unternehmen bedeuten, das jahrzehntelang als diversifizierter Mischkonzern agiert hat.
Aktuell leitet Matthias Rebellius die Sparte Smart Infrastructure, während Cedrik Neike für Digital Industries verantwortlich ist. Beide Bereiche beschäftigen zusammen knapp 100.000 Mitarbeiter, doch bisher sind keine Stellenstreichungen geplant.
Vor eineinhalb Jahren hatte Vorstandschef Roland Busch die "One Tech Company"-Strategie vorgestellt. Ziel ist es, Siemens von einem breiten Konglomerat zu einer geschlosseneren Technologiegruppe umzubauen. Nach den geplanten Änderungen würden die Geschäftsbereiche von Digital Industries und Smart Infrastructure direkt der Konzernführung unterstellt.
Mit der Neuordnung will Siemens auch Ineffizienzen im Unternehmen abbauen. Doppelstrukturen sollen abgeschafft und die parallele Entwicklung ähnlicher Technologien gestoppt werden. Dadurch würden Abläufe verschlankt und Überschneidungen zwischen den Sparten verringert.
Trotz des Ausmaßes der möglichen Veränderungen hat Siemens noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Das Unternehmen wollte sich nicht zu einem aktuellen Bericht der Handelsblatt über die Pläne äußern. In Digital Industries arbeiten rund 72.000 Beschäftigte, Smart Infrastructure zählt etwa 79.400 Mitarbeiter. Zwar sind keine Entlassungen zu erwarten, doch für die Belegschaft könnten sich Änderungen in der Führung ihrer Bereiche ergeben.
Falls die Umstrukturierung genehmigt wird, würden zentrale Funktionen gebündelt und spartenübergreifende Barrieren abgebaut. Der Wandel spiegelt Siemens' Bestreben wider, als ein einheitliches, kohärentes Technologieunternehmen aufzutreten – statt als Sammlung einzelner Geschäftsbereiche. Die finale Entscheidung und ihre genauen Auswirkungen stehen jedoch noch aus.






