04 May 2026, 08:17

Protestwelle gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz stoppt Anhörung

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude mit Fenstern und Namensschildern auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, während sie an einer Klimawandel-Demonstration in Berlin teilnehmen, die von Bäumen und einem klaren blauen Himmel umgeben ist.

Protestwelle gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz stoppt Anhörung

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimagruppen hat sich gegen die Pläne für ein neues gasbetriebenes Kraftwerk in Mainz ausgesprochen. Das von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorgesehene Projekt soll auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue entstehen. Kritiker argumentieren, dass es im Widerspruch zum Ziel der Stadt steht, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Zehn formelle Einsprüche gegen das Kraftwerk wurden beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht. Zu den Initiatoren zählen unter anderem Scientists for Future Mainz und der BUND Mainz. Sie bezeichnen die geplante Investition in Höhe von 44 Millionen Euro als langfristige Bindung an veraltete Technologie.

Eine für den 7. Mai anberaumte öffentliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd entschied, dass die Einwände „hinreichend begründet und konkret“ seien. Das Bündnis drängt auf Gespräche mit sowohl der SGD Süd als auch KMW, um Alternativen zu prüfen, die ohne Treibhausgasemissionen auskommen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz kritisierte den weiteren Einsatz fossiler Brennstoffe zur Stromerzeugung als verantwortungslos. Maren Goschke vom BUND Mainz warnte, das Projekt würde die Abhängigkeit von Gas für Jahrzehnte zementieren. Zudem hinterfragte das Bündnis die Pläne von KMW, das Kraftwerk später auf Wasserstoff umzurüsten, und bezeichnete diese als unrealistisch, ökologisch fragwürdig und finanziell riskant.

Stattdessen verweisen die Gruppen auf Batteriespeicher als erprobte und kostengünstige Lösung. Sie betonen, dass die Kosten für diese Technologie in den letzten Jahren stark gesunken seien.

Die Einsprüche haben das Projekt vorerst verzögert. Das Bündnis besteht auf weitere Verhandlungen, um die Energieplanung mit den Klimazielen von Mainz in Einklang zu bringen. Gefordert wird ein Umstieg auf Lösungen, die vollständig ohne fossile Brennstoffe auskommen.

Quelle