03 April 2026, 10:18

Präsenzpflicht im Büro: Warum viele nur noch Scheinproduktivität zeigen

Großes Großraumbüro mit Menschen an Schreibtischen, Computern und Monitoren, umgeben von Stühlen, Papieren, Büchern und hängenden Kleidungsstücken, mit Wandtafeln und Deckenlampen.

Präsenzpflicht im Büro: Warum viele nur noch Scheinproduktivität zeigen

Deutsche Unternehmen drängen Mitarbeiter nach Jahren flexibler Remote-Arbeit vermehrt ins Büro zurück – doch eine aktuelle Umfrage des Jobportals Indeed zeigt: Viele Beschäftigte fühlen sich unter Druck gesetzt, bloß präsent zu wirken, statt tatsächlich produktiver zu sein. Gleichzeitig führen Konzerne wie Vodafone, SAP und Volkswagen strengere Anwesenheitsregeln ein und entfachen damit eine Debatte über den wirklichen Nutzen von Präsenzarbeit.

Seit der Pandemie haben viele große deutsche Unternehmen auf hybride Arbeitsmodelle umgestellt. Firmen wie SAP, Volkswagen oder Vodafone verlangen mittlerweile von ihren Mitarbeitenden, zwei bis drei Tage pro Woche im Büro zu verbringen. Kleinere und mittelständische Betriebe bleiben dagegen oft flexibler – nicht zuletzt aus Ressourcenmangel und um Fachkräfte zu halten.

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Doch die Indeed-Umfrage offenbart eine Kluft zwischen Büropflicht und tatsächlicher Leistung: Mehr als die Hälfte der Beschäftigten (56,6 %) gibt zu, nur der Sichtbarkeit wegen ins Büro zu kommen – obwohl sie von zu Hause aus effizienter arbeiten könnten. 25,4 % bleiben länger, einfach weil der Vorgesetzte noch da ist, obwohl keine Aufgaben mehr anstehen. Viele gaukeln Produktivität auch vor, indem sie ihren Status manuell auf "verfügbar" setzen, obwohl sie remote arbeiten (27,7 %), oder ihre Arbeit gezielt inszenieren, um Erwartungen zu erfüllen.

Der Trend zur Rückkehr ins Büro wird vor allem von Unternehmen wie Vodafone vorangetrieben, die verbindliche Präsenzquoten einführen. Doch die Umfrage legt nahe, dass physische Anwesenheit nicht automatisch bessere Leistungen bedeutet. Im Gegenteil: 66,2 % der Beschäftigten würden sogar eine Gehaltskürzung von fünf Prozent in Kauf nehmen, wenn sie rein nach Ergebnissen – und nicht nach Bürostunden – bewertet würden. Zudem wünschen sich viele Anreize, um das Pendeln attraktiver zu gestalten: 47,3 % fordern kürzere Fahrzeiten oder Zuschüsse für den ÖPNV.

Während Großkonzerne die Regeln verschärfen, bleiben Arbeitnehmende skeptisch, ob Präsenzpflicht wirklich notwendig ist – besonders, wenn die Produktivität dadurch nicht steigt. Die Lücke zwischen den Wünschen der Belegschaft und den Erwartungen der Unternehmen wird damit immer größer.

Quelle