07 May 2026, 06:15

NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen Online-Kriminalität

Ein Mann im Anzug und Krawatte lächelt in die Kamera mit einem unscharfen Hintergrund, begleitet von Text, der "Teil des starken Städtenetzwerks zu sein bedeutet, dass ich Zugang zu Wissen und Werkzeugen habe, um gewalttätigen Extremismus zu bekämpfen" und einem Logo auf der rechten Seite.

NRW-Polizei rüstet sich mit digitalen Ermittlern gegen Online-Kriminalität

Nordrhein-Westfalens Polizei startet Großoffensive für bessere digitale Ermittlungen

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen hat eine umfassende Initiative gestartet, um ihre Fähigkeiten bei Online-Ermittlungen deutlich auszubauen. Dazu gehören neue Schulungsprogramme, erweiterte Teams und moderne digitale Werkzeuge. Beamte lernen nun, öffentlich zugängliche Daten mit Methoden der Open-Source-Intelligenz (OSINT) zu sammeln und auszuwerten.

Federführend ist das Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP) in Neuss. Dort unterrichtet der 37-jährige Regierungsangestellte Marc Restemeyer OSINT-Techniken – sowohl für Neueinsteiger als auch für erfahrene Beamte. Sein Schulungsprogramm ist in zehn strukturierte Module unterteilt und sorgt so für einen einheitlichen Ansatz in verschiedenen Einheiten.

Beim Landeskriminalamt (LKA) in Düsseldorf leitet Fabian Coenen die Abteilung 22.2, die sich auf OSINT bei politisch motivierter Kriminalität spezialisiert hat. Sein Team ist von einst zwei Fachleuten auf 16 Mitarbeiter angewachsen, darunter IT-Experten, Soziologen und Politikwissenschaftler. Diese Erweiterung spiegelt den steigenden Bedarf an digitaler Expertise in der Strafverfolgung wider.

Unter dem Projektnamen «Digitale Streife» stellte das LKA zehn neue Beamte ein, davon sechs für Coenens Team. Fast 100 weitere Ermittler in sechs Regionalbehörden unterstützen mittlerweile OSINT-Operationen. Diese Einheiten sind Teil des deutschen Staatsschutzsystems und bieten bei dringenden, politisch sensiblen Vorfällen schnelle Einsatzunterstützung.

Zur Initiative gehören auch verdeckte virtuelle Ermittlungen und KI-gestützte Arbeitsplätze. Ziel ist es, die Fähigkeiten der Polizei zu verbessern, Online-Bedrohungen in Echtzeit zu überwachen, zu analysieren und darauf zu reagieren.

Das Programm markiert einen bedeutenden Wandel in der digitalen Ermittlungsarbeit der nordrhein-westfälischen Polizei. Durch standardisierte Schulungen, größere Teams und neue Technologien sind die Beamten besser gerüstet, um digitale Risiken zu bewältigen. Die Expansion soll sicherstellen, dass die Strafverfolgung in einer zunehmend digitalisierten Welt Schritt hält.

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