27 April 2026, 12:23

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

Eine detaillierte Karte von Anatolien und Armenien auf Papier, mit Text und geografischen Merkmalen wie Flüssen, Bergen und Städten annotiert.

Neuer Roman bringt den Völkermord an den Armeniern in deutsche Klassenzimmer

In diesem Jahr jährt sich der Völkermord an den Armeniern zum 111. Mal – ein Verbrechen, bei dem unter dem Osmanischen Reich etwa 1,5 Millionen Menschen ermordet wurden. Trotz der historischen Bedeutung des Themas bleibt es in deutschen Klassenzimmern weitgehend ausgeklammert. Nun soll ein neuer Roman helfen, das Thema über die Literatur in die Schulen zu tragen.

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2016 beschloss der Deutsche Bundestag eine Resolution, die fordert, den Völkermord an den Armeniern im Schulunterricht zu behandeln. Doch viele Lehrkräfte übergehen das Thema nach wie vor – mit Verweis auf überfüllte Lehrpläne, Zeitmangel und fehlende geeignete Materialien. Dass auch Deutschland eine oft übersehene Rolle in diesem Völkermord spielte, macht die Auseinandersetzung zusätzlich komplex.

Der Reclam Verlag schloss diese Lücke im März, indem er Laura Cwiertnias Roman "Auf der Straße haben wir andere Namen" als Pflichtlektüre für Schülerinnen und Schüler veröffentlichte. Das Buch setzt sich mit Völkermord, Überleben und Diskriminierung auseinander und bietet jungen Leserinnen und Lesern einen emotionalen Zugang zum Thema. Die Literaturwissenschaftlerin Swantje Ehlers steuerte ein Begleitkommentar bei, der Lehrkräften hilft, den Roman in seinen historischen Kontext einzuordnen.

Die Handlung folgt Figuren, die von Gewalt, Migration und Konflikten geprägt sind. Die Aufnahme des Buches in die Lehrpläne könnte dem Völkermord von 1915 endlich die Aufmerksamkeit verschaffen, die ihm in den Klassenzimmern lange gefehlt hat.

Die Veröffentlichung des Romans als Schullektüre kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Angesichts der historischen Verstrickung Deutschlands in den Völkermord haben Lehrkräfte nun ein Werkzeug an der Hand, um das Thema breiter zu vermitteln. Ob dies zu einer dauerhaften Veränderung der Lehrpläne führt, bleibt abzuwarten.

Quelle