14 March 2026, 12:16

Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Schwarzes und weißes Porträt von Carl Graf Bruhl, einem General des Deutschen Reichs, in einem mit Medaillen geschmückten Mantel, mit Text auf einem Papier unten.

Spätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis nach Jahren im belarussischen Gefängnis

Maria Kolesnikowa, eine führende belarussische Oppositionsfigur, hat den Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen erhalten. Die Auszeichnung war bereits 2022 angekündigt worden, während sie noch in Belarus inhaftiert war. Nach Jahren in Haft nahm sie die Ehrung nun persönlich entgegen – bei einer Feierstunde im Krönungssaal des Aachener Rathauses am Samstag, dem 14. Januar 2023.

Die Würdigung erfolgt nach einem langen Kampf gegen das autoritäre Regime von Alexander Lukaschenko. Kolesnikowa war 2020 zu einer der zentralen Figuren der Massenproteste in Belarus geworden, die politische Veränderungen und faire Wahlen forderten.

Verhaftet wurde sie ebenfalls 2020, nachdem sie ihren Pass zerrissen hatte, um eine zwangsweise Abschiebung aus Belarus zu verhindern. Ein Gericht verurteilte sie später zu elf Jahren in einer Strafkolonie wegen ihrer Rolle in den Protesten. Trotz internationaler Kritik blieb sie bis Dezember 2025 in Haft – erst durch Vermittlungsbemühungen der USA kam ihre Freilassung zustande.

Der Karlspreis, der jährlich für Verdienste um die europäische Einigung verliehen wird, hatte Kolesnikowa bereits 2022 zur Preisträgerin erklärt. Zu den früheren Ausgezeichneten zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. 2023 ging die Auszeichnung an Mario Draghi, den ehemaligen Präsidenten der Europäischen Zentralbank und italienischen Ministerpräsidenten.

In Deutschland wird Kolesnikowa nun politisches Asyl gewährt. Ihre Freilassung beendet eine fünfjährige Haftzeit, doch über ihren Fall gab es lange nur spärliche öffentliche Informationen. Anfang 2026 liegen keine Berichte über größere politische Veränderungen in Belarus oder neue Proteste gegen Lukaschenko vor.

Der Karlspreis unterstreicht Kolesnikowas langjähriges Engagement für demokratische Reformen in Belarus. Ihre Entlassung und das Asyl in Deutschland eröffnen ein neues Kapitel nach Jahren der Inhaftierung. Die Auszeichnung würdigt ihre Rolle in einer Bewegung, die einst weltweit die Aufmerksamkeit auf die politischen Kämpfe in Belarus lenkte.

Quelle