03 April 2026, 08:14

Lübecks Gestaltungsbeirat plant radikale Umgestaltung von Mühlentor-Kreisel und Holstenstraße

Ein altes Buch mit einer detaillierten Karte von Lübeck, die Straßen, Gebäude und Sehenswürdigkeiten zeigt, sowie zusätzlichen Texten über die Bevölkerung, Geschichte und Kultur der Stadt.

Lübecks Gestaltungsbeirat plant radikale Umgestaltung von Mühlentor-Kreisel und Holstenstraße

Lübecks Welterbe- und Gestaltungsbeirat tagte am 12. und 13. März 2026, um über zentrale Bauprojekte zu beraten. Die Sitzung markierte das Ende einer Ära, da der langjährige Vorsitzende Bertel Bruun sein Amt niederlegte. Im Mittelpunkt standen zwei große Umgestaltungsvorhaben: der Mühlentor-Kreisel sowie die Neubebauung entlang der Holstenstraße.

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Die Veranstaltung begann mit einem Abschied von Bertel Bruun, der den Beirat über Jahre hinweg geleitet hatte. Sein Ausscheiden ebnete den Weg für Professorin Ariane Röntgen, eine Expertin für Landschaftsarchitektur, die als neues Mitglied in den Gremium eintrat.

Zwei Projekte prägten die Diskussionen. Ein Konsortium aus Riemann Gesellschaft von Architekten und Hubschmitz Architekten stellte ein Konzept für die Häuser 25–33 Holstenstraße vor. Der Plan sieht Einzelhandelsflächen, Studentenwohnungen sowie eine verdichtete Bebauung entlang der Straße vor. Gleichzeitig präsentierte der Architekt Ivan Peter Chlumský Entwürfe für das Grundstück Holstenstraße 21, die Gewerbeflächen mit Wohnraum kombinieren. Die bevorzugte Variante für dieses Areal orientiert sich allmählich an den Höhen der umliegenden Gebäude.

Besonderes Augenmerk galt der Neugestaltung des Mühlentor-Kreisels. Der aktuelle Entwurf, der im April 2026 finalisiert werden soll, sieht einen verkehrsberuhigten Platz mit breiteren Fußgängerzonen, neuen Radwegen und weniger Fahrspuren vor. Grünflächen sollen erweitert, historische Elemente erhalten bleiben. Rückmeldungen aus öffentlichen Foren in den Jahren 2024 und 2025 forderten eine stärkere Klimaresilienz und bessere Barrierefreiheit. Fachgremien wie der Deutsche Gartenbauverband und die Architektenkammer sprachen sich für heimische Bepflanzung und schlichte Designs aus, die den UNESCO-Status Lübecks wahren. Der Beirat betonte die Bedeutung von Stadtplanung, Freiraumgestaltung und dem historischen Erbe des Ortes – ein interdisziplinärer Ansatz sei unerlässlich.

Die nächste öffentliche Sitzung ist für den 11. und 12. Juni 2026 geplant. Aktualisierungen werden über die Presse sowie auf der Website des Beirats unter www.luebeck.de/gestaltungsbeirat veröffentlicht.

Die Beschlüsse des Gremiums werden Lübecks städtisches Gesicht in den kommenden Jahren prägen. Sowohl die Umgestaltung des Mühlentor-Kreisels als auch die Projekte an der Holstenstraße zielen darauf ab, moderne Anforderungen mit dem Erhalt des kulturellen Erbes in Einklang zu bringen. Weitere Details werden auf der Junisitzung erwartet, wobei die Einbindung von Bürgerschaft und Fachleuten weiterhin die Planung leitet.

Quelle