02 April 2026, 12:22

Leerstehende Büros werden zu Wohnungen – so will Deutschland die Wohnungsnot lindern

Farbcodierte Karte eines geplanten Wohnbaugebiets mit beschrifteten Abschnitten und Textdetails zu Gebäuden, Straßen und anderen Merkmalen.

Leerstehende Büros werden zu Wohnungen – so will Deutschland die Wohnungsnot lindern

Deutschland startet ein neues Programm, um den Wohnungsmangel zu bekämpfen, indem leerstehende Büroräume in Wohnungen umgewandelt werden. Die Initiative mit dem Namen "Gewerbe zu Wohnen" bietet finanzielle Unterstützung für Investoren, die Gewerbeimmobilien in Wohnraum umbauen. Die Verantwortlichen hoffen, damit den Druck auf die städtischen Wohnungsmärkte zu verringern und gleichzeitig energetische Sanierungen zu fördern.

Ab Sommer 2026 wird die Bundesregierung zinsgünstige Kredite und Zuschüsse bereitstellen, um solche Umbauten zu finanzieren. Bayern hat bereits 300 Millionen Euro für das Vorhaben bereitgestellt; einzelne Investoren können bis zu 300.000 Euro an Fördermitteln erhalten. Pro Wohneinheit werden Zuschüsse in Höhe von 30.000 Euro gewährt – im Gegensatz zu Krediten müssen diese nicht zurückgezahlt werden.

Das Programm richtet sich vor allem an die sieben größten Städte Deutschlands, wo ungenutzte Büroflächen Platz für rund 11.000 neue Wohnungen bieten könnten. Bei einer Ausweitung der Initiative schätzen Experten, dass in Ballungsräumen bis zu 60.000 Wohnungen entstehen könnten. Allerdings birgt der Prozess Herausforderungen: Bürogrundrisse müssen oft kostspielig umgestaltet werden, um Wohnstandards zu erfüllen, und steigende Baukosten haben die Umwandlung für manche Projektentwickler weniger attraktiv gemacht.

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Um Fördergelder zu erhalten, müssen die Sanierungen mindestens den "Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien"-Standard erfüllen. Damit soll sichergestellt werden, dass der neue Wohnraum klimafreundlich ist und gleichzeitig zur Lösung der Wohnungsnot beiträgt. Das Bundesland Hessen hat bereits ähnliche Förderungen über seine Landesbank eingeführt – ein Zeichen für die wachsende Unterstützung dieses Ansatzes.

Das "Gewerbe zu Wohnen"-Programm zielt darauf ab, Leerstände zu reduzieren und das Wohnungsangebot in stark nachgefragten Gebieten zu erhöhen. Mit finanziellen Anreizen und strengen Energieeffizienz-Vorgaben erhofft sich die Regierung, dass mehr Investoren Gewerbeimmobilien umnutzen. Der Erfolg des Programms wird davon abhängen, ob es gelingt, Kosten, Nachfrage und die praktischen Herausforderungen der Umwandlung in Einklang zu bringen.

Quelle