Beelitzer Spargel startet mit Rekordpreisen in die Saison – doch die Zukunft ist ungewiss
Hannah BrandtBeelitzer Spargel startet mit Rekordpreisen in die Saison – doch die Zukunft ist ungewiss
Spargelsaison in Brandenburgs größtem Anbaugebiet um Beelitz hat begonnen
Die Landwirte in der Region um Beelitz, Brandenburgs wichtigstem Spargelanbaugebiet, rechnen mit einer ertragreichen Ernte – doch steigende Kosten und schrumpfende Anbauflächen stellen die heimischen Produzenten weiterhin vor Herausforderungen.
In diesem Jahr kommt der erste Spargel zu Preisen zwischen 15 und 18 Euro pro Kilogramm auf den Markt. Mit zunehmender Verfügbarkeit in den kommenden Wochen dürften die Preise voraussichtlich auf etwa 10 bis 12 Euro pro Kilogramm sinken.
In den vergangenen fünf Jahren sind Brandenburgs Spargelfelder um etwa 10 bis 15 Prozent geschrumpft. Die Anbaufläche verringerte sich von rund 1.200 Hektar auf etwa 1.000 Hektar. Arbeitskräftemangel und höhere Produktionskosten haben diesen Rückgang vorangetrieben.
Hinzu kommen zusätzliche Belastungen durch geopolitische Spannungen: Der Konflikt im Iran hat die Dieselpreise in die Höhe getrieben und so die Betriebskosten erhöht. Gleichzeitig steigen durch die Erhöhung des Mindestlohns die Lohnkosten für die Erzeuger.
Die regionalen Produzenten sehen sich zudem einem harten Wettbewerb durch günstigere Importe ausgesetzt. Spargel aus Spanien, Mexiko und Griechenland wird oft zu niedrigeren Preisen angeboten als die heimische Ware. Trotz dieser Herausforderungen erntete Brandenburg im Jahr 2025 noch fast 19.000 Tonnen Spargel.
Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt betonte die Bedeutung der Förderung regionaler Erzeugnisse. Sie verwies auf die gestiegenen Energiepreise und die globale Instabilität als zentrale Faktoren, die die Gewinnmargen der Landwirte belasten.
Die hohen Preise zu Saisonbeginn spiegeln sowohl die starke Nachfrage als auch die Produktionsprobleme wider. Mit fortschreitender Ernte könnten sinkende Kosten die Situation für die Käufer entspannen. Für Brandenburgs Landwirte bleibt jedoch die langfristige Entwicklung steigender Ausgaben und schrumpfender Anbauflächen ein Grund zur Sorge.






