14 March 2026, 14:19

Ist Soul-Sängerin Sienna Rose nur eine KI-Erfindung mit Millionen-Fans?

Ein Blatt Papier mit dem Text "Der meistgehörte Song ist mehr als die Zunge sagen kann" und Farbmustern unten.

AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum wird sie im Internet gesucht? - Ist Soul-Sängerin Sienna Rose nur eine KI-Erfindung mit Millionen-Fans?

Eine beliebte Soul-Sängerin mit fast zwei Millionen monatlichen Hörern auf Spotify steht im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte über künstliche Intelligenz in der Musik. Sienna Rose, bekannt für ihre tief persönlichen Lieder und ihr markantes Image mit Afro-Look, sieht sich hartnäckigen Vorwürfen ausgesetzt, sie könnte in Wahrheit keine echte Person sein. Untersuchungen von Fans und Medien haben Verbindungen zu KI-Musikproduzenten aufgedeckt – und werfen damit Fragen nach ihrer wahren Identität auf.

Gleichzeitig verzeichnen Streaming-Plattformen wie Deezer einen Boom an KI-generierten Titeln: Zehntausende werden täglich hochgeladen, viele davon für durchschnittliche Hörer nicht von menschgemachter Musik zu unterscheiden.

Auf ihrem Spotify-Profil präsentiert sich Sienna Rose als einfühlsame Geschichtenerzählerin – mit dem Bild einer jungen Frau mit Afro und warmen braunen Augen. Doch ihre rasante Veröffentlichung neuer Songs, das Fehlen von Live-Auftritten und eine kaum vorhandene Social-Media-Präsenz haben die Skepsis geschürt. Internetrechercheure stießen bei Nachforschungen zu ihrer Vergangenheit auf Widersprüche, darunter eine inzwischen gelöschte Version der Sängerin mit roten Haaren, die nach kritischen Nachfragen verschwand.

Eine Recherche des Bayerischen Rundfunks (BR) führte Spuren nach Russland: Demnach stehen das Label Nostalgic Records und der Produzent Maksim Muravjov hinter dem Projekt. Muravjov arbeitet mit dem KI-Spezialisten Hafsteinn Runarsson zusammen, der virtuelle Popstars entwickelt und Kurse zum Vermarkten von KI-Musik anbietet. Die BBC schätzt, dass Sienna Rose ihren Machern wöchentlich über 2.000 Euro einbringt – bei dieser Einnahmequote wären Jahresgewinne von über einer Million Euro möglich.

Die Sängerin selbst weist Vorwürfe, eine KI-Erfindung zu sein, wiederholt zurück. Kritiker halten ihre Stellungnahmen jedoch für KI-generierte Deepfakes. Die Kontroverse eskalierte, als Popstar Selena Gomez einen Song von Rose in einem Instagram-Post teilte – was zu spöttischen Viral-Reaktionen und weiteren Zweifeln führte. Auch der YouTuber Rick Beato wirft Spotify vor, KI-Musik aus Profitinteresse zu pushen, und verweist auf die enormen finanziellen Einsätze in der Branche.

Daten von Deezer offenbaren das Ausmaß des KI-Einflusses: Rund 60.000 komplett KI-erstellte Titel werden täglich hochgeladen. Tests zeigen, dass 97 Prozent der Hörer nicht zwischen KI- und menschgemachter Musik unterscheiden können – die Grenze zwischen echten und synthetischen Künstlern verschwimmt zusehends.

Die Debatte um Sienna Rose spiegelt grundsätzliche Bedenken wider: Virtuelle Künstler können heute Millionen von Followern sammeln, ohne sich öffentlich verifizieren zu müssen. Während Streaming-Plattformen weiterhin KI-generierte Inhalte hosten, fordern Kritiker mehr Transparenz. Angesichts von Millionenumsätzen steht die Branche unter wachsendem Druck, die Authentizität ihrer Top-Akteure zu klären.

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