Golfkonflikt zwingt Villeroy & Boch zu drastischer Prognosesenkung für 2026
Greta KochIranischer Krieg verschlechtert Ausblick für Villeroy & Boch - Golfkonflikt zwingt Villeroy & Boch zu drastischer Prognosesenkung für 2026
Villeroy & Boch senkt Prognose für 2026 nach Eskalation des Golfkonflikts
Der Keramikhersteller Villeroy & Boch hat seine Finanzprognose für 2026 deutlich nach unten korrigiert, nachdem der eskalierende Golfkonflikt den Handel schwer beeinträchtigt hat. Das Unternehmen rechnet nun sowohl mit rückläufigen Umsätzen als auch mit sinkenden Gewinnen in diesem Jahr. Der Krieg folgte auf eine massive Zuspitzung Ende Februar, als US-amerikanische und israelische Luftangriffe eine regionale Krise auslösten.
Noch im Jahr 2025 hatte Villeroy & Boch ein stetiges Wachstum verzeichnet: Der Umsatz stieg um 1,8 % auf rund 1,45 Milliarden Euro. Der Nettogewinn kletterte auf 14,7 Millionen Euro – mehr als das Doppelte des Vorjahreswerts. Dies war unter anderem auf die Übernahme des belgischen Badezimmerherstellers Ideal Standard im Jahr 2024 sowie auf Effizienzmaßnahmen zurückzuführen, darunter die geplante Schließung eines Werks in Roeselare, Belgien.
Doch der Golfkonflikt traf das Unternehmen hart. In Israel und den angrenzenden Märkten verzeichnete Villeroy & Boch zu Beginn des Jahres 2026 keinerlei Umsätze; für April werden nur noch 30 % des Vorjahresniveaus erwartet. Für das Gesamtjahr prognostiziert das Unternehmen nun einen Rückgang des Umsatzes im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) soll auf 75 bis 85 Millionen Euro fallen – nach 97,8 Millionen Euro im Jahr 2025.
Auslöser des Krieges waren großangelegte Luftangriffe der USA und Israels auf iranische Ziele am 28. Februar, bei denen auch Irans Oberster Führer Ali Chamenei getötet wurde. Der Iran reagierte mit Drohnen- und Raketenangriffen auf Energieinfrastrukturen am Golf, was zu einem Anstieg der Ölpreise und zur Blockade der Straße von Hormus führte. Die daraus resultierende wirtschaftliche Verwerfung zwingt Villeroy & Boch nun zu einer deutlichen Abwärtskorrektur seiner Prognosen.
Das Unternehmen beschäftigt weltweit fast 12.000 Mitarbeiter, davon rund 1.700 in seiner Heimatregion Saarland. Durch unterbrochene Handelsrouten und lahmgelegte Regionalmärkte spürt das Unternehmen die finanziellen Auswirkungen in allen Geschäftsbereichen. Villeroy & Boch warnt, dass die Gewinne 2026 weiter sinken werden, solange der Konflikt die Geschäfte belastet.






