Gesundheitssystem vor radikaler Reform: 42 Milliarden Euro Einsparungen geplant
Hannah BrandtGesundheitssystem vor radikaler Reform: 42 Milliarden Euro Einsparungen geplant
Deutsches Gesundheitssystem steht vor wachsendem Defizit – Experten schlagen radikale Reformen vor
Das deutsche System der gesetzlichen Krankenversicherung sieht sich einem immer größeren Haushaltsdefizit gegenüber. Experten schlagen nun umfassende Reformen vor, um die Kosten zu senken. Eine unabhängige Kommission hat 66 Maßnahmen ausgearbeitet, mit denen bis 2027 bis zu 42,3 Milliarden Euro eingespart werden sollen. Die Linke kritisiert die Pläne indes scharf und bezeichnet sie als ungerecht für normale Versicherte.
Der Bericht der Expertenkommission zielt darauf ab, ein prognostiziertes Fehlvolumen von 15 Milliarden Euro in der gesetzlichen Krankenversicherung zu schließen. Die Vorschläge könnten bis 2027 Einsparungen von bis zu 42,3 Milliarden Euro und bis 2030 sogar bis zu 60 Milliarden Euro bringen. Zu den zentralen Änderungen gehört die vollständige Übernahme der Gesundheitskosten für Bürgergeld-Empfänger durch Steuergelder, was jährlich rund 12 Milliarden Euro sparen würde. Zudem sollen die Erstattungen für Ärzte, Kliniken und Medikamente an die verfügbaren Mittel der Krankenkassen angepasst werden – eine weitere Einsparung von 5,5 Milliarden Euro.
Die Zuzahlungen für Medikamente würden steigen: Die Mindestgebühr erhöhte sich von 5 auf 7,50 Euro, die Höchstgrenze von 10 auf 15 Euro. Darüber hinaus würden Erstattungen für homöopathische Behandlungen komplett gestrichen. Die Linke wirft den Reformen jedoch vor, vor allem Gering- und Mittelverdiener unverhältnismäßig zu belasten.
Sören Pellmann, fraktionsvorsitzender der Linken im Bundestag, bezeichnete die Maßnahmen als "viele bittere Pillen", die in Summe ein "Sparpaket zu Lasten der Versicherten" darstellten. Die Partei kritisiert zudem die aktuelle Finanzierungsstruktur des Systems, bei der Spitzenverdiener im Vergleich zu Durchschnittsarbeitnehmern einen geringeren Anteil ihres Einkommens in die Krankenversicherung einzahlen. Zudem moniert die Linke, dass Vermieter und Großinvestoren überhaupt keinen Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung leisten, und fordert, dass Wohlhabendere stärker zur Kasse gebeten werden.
Die geplanten Reformen würden das deutsche Gesundheitssystem bis 2027 grundlegend umgestalten – mit erheblichen Einsparungen durch strengere Kostenkontrollen und höhere Eigenbeteiligungen der Patienten. Die Ablehnung der Linken konzentriert sich auf die Frage der Gerechtigkeit: Die Partei argumentiert, dass die Änderungen normale Bürger übermäßig belasten, während Besserverdiener und Investoren verschont bleiben. Die Debatte über Finanzierung und soziale Ausgewogenheit des Systems wird voraussichtlich weiter an Fahrt aufnehmen, sobald die Vorschläge konkretisiert werden.






