13 March 2026, 14:20

Gericht verlangt klarere Werbekennzeichnung für gesponserte YouTube-Videos

Ein Mann im Anzug und Krawatte spricht vor einer Wand in ein Mikrofon, wahrscheinlich in Reaktion auf die Nachricht über ein Regierungsgesetz zur Abschaffung des Internets.

Gericht: YouTube-Werbung muss klar als solche gekennzeichnet werden - Gericht verlangt klarere Werbekennzeichnung für gesponserte YouTube-Videos

Ein deutsches Gericht hat entschieden, dass YouTube-Videos mit Sponsorenfinanzierung deutlichere Werbekennzeichnungen tragen müssen. Der Beschluss erfolgte nach einem Fall, in dem ein Video für eine Handelsplattform seine Sponsorenunterstützung nicht ordnungsgemäß offenlegte. Das Landgericht Bamberg urteilte, dass der bestehende Hinweis zu unklar und damit unzureichend nach EU-Recht sei.

Im Mittelpunkt des Verfahrens stand ein Video, das lediglich einen kurzen, zehnsekündigen Hinweis auf die Sponsorenunterstützung enthielt. Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg argumentierte, dass dies den Transparenzanforderungen nicht gerecht werde. Das Gericht stimmte zu und stellte fest, dass das Video gegen den Digital Services Act der EU verstoße, da der Sponsor nicht eindeutig erkennbar sei.

YouTube hat bereits strengere Regeln für gesponserte Inhalte auf der Plattform eingeführt. Seit November 2023 müssen Creator:innen bezahlte Kooperationen in Videobeschreibungen, durch Bildschirmeinblendungen und über das Label "Bezahlte Partnerschaft" kenntlich machen. Diese Maßnahmen entsprechen den weiter gefassten Richtlinien der EU und der US-Handelsaufsicht FTC, die mehr Transparenz für Zuschauer:innen schaffen sollen.

Die Plattform hat ihre Richtlinien zudem auf KI-generierte Inhalte ausgeweitet und verlangt eine Kennzeichnungspflicht – noch vor dem Inkrafttreten des EU-KI-Gesetzes im August 2026. Wie YouTube auf das aktuelle Urteil des Landgerichts Bamberg reagieren wird, steht jedoch noch aus.

Das Urteil unterstreicht die Notwendigkeit strengerer Werbekennzeichnungsregeln auf YouTube. Creator:innen und Sponsoren müssen nun sicherstellen, dass sie den verschärften Transparenzvorgaben entsprechen. Bei Verstößen drohen weitere rechtliche Schritte nach EU-Verbraucherschutzrecht.

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