Gedenken in Halle: Befreiungsfeier wird zum politischen Zankapfel
Halle (Saale) gedenkt der Befreiung vor 81 Jahren – Feierlichkeiten in angespannter Atmosphäre
Die Gedenkveranstaltung zum 81. Jahrestag der Befreiung Halle (Saales) war von politischen Spannungen überschattet. Eine lokale Gruppe sorgte mit dem Zeigen russischer Flaggen für Empörung und entfachte eine hitzige Debatte – insbesondere am Südfriedhof der Stadt, wo 977 sowjetische Bürgerinnen und Bürger bestattet liegen.
Die Feierlichkeiten begannen mit Kranzniederlegungen im Ehrenhain für die deutschen Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Die stellvertretende Bürgermeisterin, Dr. Judith Marquardt, legte im Namen von Oberbürgermeister Dr. Alexander Vogt einen offiziellen Kranz nieder. Der Südfriedhof bleibt die größte Gedenkstätte der Region für die Rolle der Roten Armee im Kampf gegen das NS-Regime.
Für Aufsehen sorgte die Gruppe „Halle-Bewegung“, die während der Veranstaltung russische Symbole zeigte. Kritiker warfen ihr vor, damit die rechtspopulistische AfD zu unterstützen und Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine zu billigen. Eric Stehr von der Linken verurteilte jede Solidarität mit Regimen, die für Terror und Zerstörung verantwortlich seien.
Lukas Wanke vom VVN-BdA betonte, der Kampf gegen Faschismus sei heute genauso aktuell wie damals. Zwar dürfe das Gedenken an die Leistungen der Roten Armee nicht in Vergessenheit geraten – doch dies rechtfertige keine heutigen Ungerechtigkeiten. Obwohl Halle 1945 von der US-Armee befreit wurde, bleibt die Stadt durch den sowjetischen Ehrenfriedhof eng mit dieser Geschichte verbunden.
Die Veranstaltung offenkundigte die tiefen politischen Gräben in Halle. Die gezeigten russischen Flaggen und Vorwürfe extremistischer Verbindungen prägten die Diskussionen. Nun stehen Veranstalter und Teilnehmer vor der Frage, wie historisches Gedenken mit den Konflikten der Gegenwart in Einklang zu bringen ist.






