Gebrauchtwagenpreise sinken – doch die Nachfrage bleibt ungebrochen hoch
Greta KochGebrauchtwagenpreise sinken – doch die Nachfrage bleibt ungebrochen hoch
Der Gebrauchtwagenmarkt hat in den vergangenen Jahren starke Preisschwankungen erlebt. Eine globale Chipknappheit und pandemiebedingte Lieferkettenstörungen trieben die Preise zwischen 2021 und 2022 um fast ein Fünftel in die Höhe. Nun, da sich die Lieferketten erholen, beginnen die Werte langsam zu sinken – doch die Nachfrage bleibt hoch.
Die Pandemie löste ein weitverbreitetes Chaos in den Lieferketten aus und traf die Automobilhersteller besonders hart. Fabriken sahen sich mit Halbleiterengpässen konfrontiert, nachdem Chipproduzenten ihre Produktion auf Unterhaltungselektronik und IT umgestellt hatten. In der Folge fehlten 2021 allein weltweit 7 bis 11 Millionen Neuwagen. Die Lieferzeiten für Neuwagen verlängerten sich von sechs auf bis zu 18 Monate, was viele Käufer auf den Gebrauchtmarkt drängte.
Da weniger Neuwagen verfügbar waren, stiegen die Gebrauchtwagenpreise 2021–2022 um etwa 19 Prozent. Besonders wertstabil blieben SUVs und Kompaktmodelle wie der VW Tiguan, der BMW X1 und der Audi Q3. Selbst heute behalten drei Jahre alte Elektroautos noch etwa 50 Prozent ihres ursprünglichen Preises – im Vergleich zu 63,5 Prozent bei Benzinern und 62,2 Prozent bei Dieselfahrzeugen.
Bis Anfang 2025 kostete ein durchschnittlicher Gebrauchtwagen in Deutschland rund 27.800 Euro – ein Rückgang um 5 Prozent gegenüber dem Höchststand 2023. Trotz dieses Rückgangs bleibt die Nachfrage hoch: 2024 stiegen die Halterwechsel um 7,4 Prozent auf 6,48 Millionen Fahrzeuge. Auch verkaufen Händler ihre Bestände schneller – die Fahrzeuge stehen im Schnitt nur noch 57 Tage auf dem Hof, verglichen mit der Zeit vor der Pandemie.
Die Gebrauchtwagenpreise sind nach Jahren starker Steigerungen nun rückläufig. Der Markt bleibt jedoch dynamisch, da Käufer weiterhin mit eingeschränkten Neuwagenoptionen konfrontiert sind. Elektroautos verlieren weiterhin schneller an Wert als Benziner oder Diesel – ein Zeichen für sich wandelnde Verbraucherpräferenzen.






