25 May 2026, 02:14

Florentina Holzinger sprengt mit Pfingstspiel alle Theatergrenzen in Wien

Florentina Holzingers 'Pfingstspiel' mit Friedenstauben und Monstertrucks

Florentina Holzinger sprengt mit Pfingstspiel alle Theatergrenzen in Wien

Florentina Holzinger brachte ihre kühne Vision mit einem Pfingstspiel der besonderen Art nach Wien. Erstmals im Wiener Eislaufverein inszeniert, verband die Produktion Spektakel, Symbolkraft und waghalsige Körperlichkeit. Von Pyrotechnik bis zu Fallschirmsprüngen – die Aufführung sprengte an jedem Punkt die Grenzen des Gewohnten.

Der Auftakt am Heumarkt war spektakulär: Ein BMW drehte sich wie von Sinnen im Kreis, bevor Holzinger selbst auf das Dach des Wagens kletterte – mit einer pyrotechnischen Fackel im Mund. Die Szene setzte den Ton für das Folgende: ein Mix aus Chaos und Präzision.

Später ließ sich eine nackte Frau an der Fassade des Intercontinental Hotels hinab, eine deutliche Anspielung auf die frühen Werke von Trisha Brown. Der Moment war gleichermaßen eindrucksvoll wie durchdacht. Holzinger selbst setzte indes auf eine opulente Materialvielfalt: Autos, ein Motorrad und sogar ein Monstertruck kamen zum Einsatz.

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Der Höhepunkt folgte, als der Truck ein hölzernes Panzer-Modell zermalmte, das einem echten zum Verwechseln ähnlich sah. Ein kraftvolles Symbol, inszeniert als Appell für den Frieden. Über dem Trümmerfeld landete ein Fallschirmspringer mit einem taubenförmigen Helm und pflanzte eine weiße Fahne in die Ruinen.

Das Publikum wurde anschließend nach Schloss Prinzendorf gebracht, dem geistigen Zentrum von Hermann Nitschs Orgien-Mysterien-Theater. Dort inszenierte Holzinger eine „Malaktion“, bei der Drohnen rote Farbe auf eine nackte Performerin sprühten – eine unübersehbare Hommage an Nitschs Erbe.

Den Abschluss fand das Stück im Schlosshof, wo Holzinger mit ihrem Ensemble ein „Letztes Abendmahl“ nachstellte. Die finalen Momente brachten unerwartete Klarheit und stille Schönheit, die lange nachhallten.

Holzingers Pfingstspiel vereinte Provokation, Kunstfertigkeit und tiefe Symbolik. Die Performance führte vom Wiener Stadtzentrum bis in die historischen Mauern Prinzendorfs und fesselte das Publikum auf jeder Ebene. Durch die Verbindung von Spektakel und Sinnhaftigkeit setzte sie Maßstäbe als einzigartiges Theaterereignis.

Quelle