Fischfreundliche Wasserkraft: Rheinland-Pfalz setzt auf Energyfish-Turbinen im Rhein
Hannah BrandtFischfreundliche Wasserkraft: Rheinland-Pfalz setzt auf Energyfish-Turbinen im Rhein
Eine neue Generation von Wasserkraftturbinen macht in Rheinland-Pfalz Fortschritte – dem Bundesland, das bei der Energiewende in Deutschland eine Vorreiterrolle einnimmt. Unter dem Namen Energyfish schwimmen diese kompakte Anlagen nun im Rhein bei Sankt Goar, erzeugen leise Strom und beeinträchtigen weder Fische noch den natürlichen Flussverlauf. Drei Turbinen sind bereits in Betrieb, 21 weitere geplant; langfristig soll das Projekt auf 124 Einheiten ausgebaut werden.
Die ersten drei Energyfish-Turbinen nahmen bis März 2026 in einem Rhein-Nebenarm den Betrieb auf. Anders als herkömmliche Wasserkraftwerke kommen sie ohne Staudämme aus und ermöglichen so Wanderfischen die ungehinderte Passage. Eine Studie der Technischen Universität München bestätigte, dass die Anlagen für aquatisches Leben unbedenklich sind.
Jede Turbine erzeugt jährlich etwa 15 Megawattstunden Strom. Ein Verbund von 100 Einheiten könnte 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern – genug, um 450 durchschnittliche deutsche Haushalte zu versorgen. Zudem sind die Anlagen eis- und hochwassersicher konstruiert und sorgen so für Zuverlässigkeit, wenn Solar- und Windkraft schwächeln.
Rheinland-Pfalz hat sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt: Bis 2030 soll die öffentliche Verwaltung klimaneutral sein, das gesamte Bundesland bis 2040. Schon heute decken Erneuerbare 64 Prozent des regionalen Strombedarfs – deutlich über dem Bundesschnitt. Zwar macht Wasserkraft 2025 nur drei Prozent der deutschen Stromerzeugung aus, doch als stetige und umweltschonende Energiequelle passt sie in die Strategie des Landes.
Der Ausbau auf 124 Turbinen wird die lokale Ökostromproduktion steigern, ohne die Flussökosysteme zu belasten. Angesichts der zentralen Rolle der Klimapolitik bei Landtagswahlen zeigen Projekte wie Energyfish konkrete Schritte hin zu den grünen Zielen Rheinland-Pfalz'. Die geräuscharme und unauffällige Technik vermeidet zudem Konflikte mit Anwohnern und Tierwelt.






