15 March 2026, 08:15

EU startet digitales Einreise-System EES – was Reisende jetzt wissen müssen

Ein Schwarz-Weiß-Pass mit einem Mannsgesicht, Text und einem Logo oben.

EU startet digitales Einreise-System EES – was Reisende jetzt wissen müssen

Das neue Einreise-/Ausreisesystem (EES) der EU soll nach Verzögerungen Ende 2024 in Betrieb gehen – später als ursprünglich geplant. Das System, das die Erfassung von Drittstaatsangehörigen im Schengen-Raum ermöglichen soll, war 2023 noch nicht aktiv, sodass im vergangenen Jahr keine Reisenden darüber registriert wurden. Die Behörden streben nun an, die digitalen Grenzkontrollen noch vor Jahresende einzuführen.

Das EES ersetzt die manuellen Passstempel durch ein vollständig digitales Verfahren. Es erfasst biometrische Daten wie Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdetails und speichert sie in einer zentralen EU-Datenbank. Die Echtzeit-Erfassung soll die Identitätsprüfung verbessern, Betrug erschweren und Aufenthalte über die erlaubte Dauer hinaus überwachen.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte die Bedeutung des Systems für die Stärkung der Grenzensicherheit. Es ergänze bestehende Kontrollen an den Landgrenzen und ermögliche eine bessere Überwachung des Flugverkehrs. Flughäfen wie Nürnberg und Memmingen, über die jährlich mehr als drei Millionen Ein- und Ausreisen in den Schengen-Raum abgewickelt werden, spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Relevanz des Systems wird deutlich, da die Schengen-Staaten auf wirksame Außengrenzkontrollen angewiesen sind, um die Binnenfreiheit zu erhalten. Allein der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit 4,5 Millionen Passagieren einen Rekord – ein Maßstab für das Reiseaufkommen, das das EES künftig bewältigen muss.

Das EES wird die Überwachung von Nicht-EU-Reisenden im Schengen-Raum grundlegend verändern. Durch die Digitalisierung von Ein- und Ausreisedaten erhalten die Behörden präzisere Informationen darüber, wer einreist, wie lange Besucher bleiben und ob sie die Visabestimmungen einhalten. Die Einführung des Systems Ende 2024 markiert den Übergang zu einer strengeren, technologiegestützten Grenzverwaltung.

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