22 April 2026, 20:19

Ermittlungen gegen ÖRR-Blogger Jonas Müller wegen Beleidigung eingestellt

Schwarze und weiße Titelseite einer deutschen Zeitung vom 13. November 1939 mit der Überschrift 'Weitpreubliche Zeitung', die eine Gruppe von Menschen in traditioneller deutscher Kleidung in einer feierlichen Atmosphäre zeigt.

Ermittlungen gegen ÖRR-Blogger Jonas Müller wegen Beleidigung eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Bamberg hat ihr Ermittlungsverfahren gegen Jonas Müller, Betreiber des ÖRR-Blogs, wegen des Vorwurfs der Beleidigung eingestellt. Der Fall betraf zwei Beiträge auf X (ehemals Twitter) über Hamado Dipama, Mitglied des BR-Rundfunkrats. Müller begrüßte die Entscheidung, bezeichnete den Rechtsstreit jedoch als emotional belastend.

Der juristische Konflikt begann, nachdem Müller auf seinem Blog und in sozialen Medien Kommentare zu Dipamas Flüchtlingsstatus und dessen Online-Aktivitäten veröffentlicht hatte. Dipama warf ihm rassistische Äußerungen vor, woraufhin Müller die Kanzlei Hoecker mit seiner Vertretung beauftragte.

Müller wies die Vorwürfe zurück und argumentierte, der Fall basiere auf persönlichen Animositäten Dipamas und nicht auf einem generellen Angriff auf Medienkritik. Zudem betonte er die finanzielle Belastung durch solche Klagen: Beschuldigte müssten hohe Anwaltskosten tragen, während Kläger kaum Risiken eingingen.

Um die Ausgaben zu decken, kam durch eine Notfall-Spendenaktion ein Betrag von 15.000 Euro zusammen. Müller kritisierte die Ungleichheit im Rechtssystem, wo unbegründete Beleidigungsvorwürfe Beschuldigte in kostspielige Prozesse zwingen könnten. Dipama hatte zuvor bereits ähnliche Beschwerden gegen das Magazin Cicero und das Nachrichtenportal Apollo eingereicht.

Mit der Einstellung des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft ist der Fall abgeschlossen, doch Müller gab an, die Erfahrung habe ihn an seiner Arbeit und den allgemeinen Herausforderungen des unabhängigen Journalismus zweifeln lassen.

Da die Ermittlungen nun eingestellt sind, kann Müller seine Berichterstattung ohne rechtliche Bedrohung fortsetzen. Der Fall verdeutlicht die finanziellen und emotionalen Belastungen, denen Journalisten und Medienkritiker durch Beleidigungsvorwürfe ausgesetzt sind. Dipamas wiederholte Klagen gegen verschiedene Medien deuten darauf hin, dass das Problem für andere im Feld weiterhin bestehen könnte.

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