Energiekrise trifft Zoos: Warum manche Tiere abgeben müssen – und andere nicht
Theo SchmitzEnergiekrise trifft Zoos: Warum manche Tiere abgeben müssen – und andere nicht
Deutsche Zoos und Wildparks kämpfen mit steigenden Energiekosten
Zoos und Wildparks in ganz Deutschland stehen vor wachsenden finanziellen Belastungen, da die Energiepreise weiter steigen. Einige Einrichtungen mussten bereits Tiere abgeben, um Kosten zu sparen, während andere auf erneuerbare Energien setzen, um die wirtschaftliche Lage zu entlasten.
Der Braunschweiger Zoo baut seine Bemühungen im Bereich grüner Energie aus, um die steigenden Ausgaben zu bewältigen. Die Anlage betreibt bereits eine 80-kW-Photovoltaikanlage, die Strom ins Netz einspeist. Nun plant der Zoo, weitere 12 kW Solarleistung hinzuzufügen und ein 10-kW-Batteriespeichersystem zu installieren. Zudem nutzt er ein Blockheizkraftwerk, einen Holzvergaser und eine Pelletheizung zur Wärmeversorgung. Trotz der finanziellen Engpässe betonen die Verantwortlichen, dass keine Pläne bestehen, den Tierbestand zu verringern.
Das Artenschutzzentrum Grasleben hat ebenfalls eigene Solarmodule installiert, um die Kosten für wärmeliebende Arten in beheizten Gehegen zu senken. Der Wildpark Essehof ist dank seiner Biomasseheizung weniger stark von den Preiserhöhungen betroffen. Diese Unabhängigkeit hilft, die schlimmsten Auswirkungen der Teuerung abzufedern.
Im Wildpark Stöckheim machen die Energiekosten etwa 2,5 Prozent der Gesamtausgaben aus. Wie der Wildpark Essehof schließt auch diese Einrichtung aus, Tiere zu verkaufen, um die steigenden Kosten auszugleichen.
Der Umstieg auf erneuerbare Energien hilft einigen Zoos und Parks, die höheren Strom- und Heizkosten zu bewältigen. Einrichtungen ohne solche Maßnahmen sehen sich hingegen mit schwierigeren Entscheidungen konfrontiert – darunter auch der Abgabe von Tieren. Vorerst sind jene, die in Solar-, Biomasse- oder Speichersysteme investieren, besser gerüstet, um die finanzielle Herausforderung zu meistern.






