E.ON-Chef fordert Reformen: Strommarkt steht vor radikaler Systemtransformation
Greta KochE.ON-Chef fordert Reformen: Strommarkt steht vor radikaler Systemtransformation
E.ON-Chef Leonhard Birnbaum hat die Bundesregierung aufgefordert, aus den jüngsten Turbulenzen am Strommarkt Konsequenzen zu ziehen. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der Wirtschaftsministerin Katharina Reiche in den kommenden Tagen ein umfassendes Reformpaket für den Energiemarkt vorlegen will. Die Pläne zielen darauf ab, die Förderung erneuerbarer Energien neu zu gestalten und die Regeln für Netzanbindungen zu modernisieren.
Birnbaum würdigte zwar die Erfolge beim raschen Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland, betonte jedoch die Notwendigkeit eines zuverlässigen Systems. Ohne Reformen, so seine Warnung, könnte das aktuelle Rahmenwerk die Wirtschaft übermäßig belasten. In seinen Aussagen hob er besonders fünf zentrale Handlungsfelder hervor: Infrastruktur, Wärmeversorgung, Mobilität, Digitalisierung und Flexibilität.
Zuletzt hatte überschüssiger Solarstrom die Kosten für den Bundeshaushalt in die Höhe getrieben. Birnbaum warnte davor, sich gegen Reiches Reformvorhaben zu stemmen, und verwies darauf, dass einige Akteure weiterhin am alten Modell der Energiewende festhielten – trotz der damit verbundenen finanziellen Lasten. Das von der Ministerin geplante Gesetzespaket bezeichnete er als notwendigen Schritt hin zu einer „echten Systemtransformation“.
Doch bereits formiert sich Widerstand. Teile der Erneuerbaren-Branche kritisieren die geplanten Änderungen scharf, während die SPD-Bundestagsfraktion den Reformen skeptisch gegenübersteht. Reiches Reformpaket wird nun in einem Klima gespaltener Reaktionen vorgestellt. Sollten die Pläne umgesetzt werden, stünden eine grundlegende Neugestaltung der Ökostrom-Förderung und der Netzvorschriften an. Die Regierung sieht sich damit vor der Herausforderung, wirtschaftliche Stabilität mit den Anforderungen eines sich wandelnden Energiesektors in Einklang zu bringen.






