04 May 2026, 06:15

Dobrindt hält an Grenzkontrollen fest – trotz sinkender Migrationszahlen und scharfer Kritik

Alte Deutschlandkarte mit schwarzen Grenzen, detaillierte Straßen und Autobahnen markiert.

Dobrindt hält an Grenzkontrollen fest – trotz sinkender Migrationszahlen und scharfer Kritik

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat seine Entschlossenheit betont, die Grenzkontrollen trotz eines jüngsten Rückgangs der Migrationszahlen beizubehalten. Seine Äußerungen fielen im Zusammenhang mit einer Verteidigung der Abschiebepraxis und einem Appell an die politische Einheitlichkeit, nachdem scharfe Kritik von Oppositionsführern laut geworden war.

Dobrindt unterstrich, dass die Grenzkontrollen bestehen blieben, und verwies dabei auf 8.000 an der Grenze vollstreckte Haftbefehle. Die Behörden verweigerten weiterhin bestimmten Personen die Einreise, was seine Haltung zu strengen Kontrollen untermauert. Zwar strebt die Bundesregierung langfristig eine Reform des europäischen Migrationssystems und eine schrittweise Abschaffung dieser Maßnahmen an, doch ein konkreter Zeitplan steht noch aus.

Der Minister äußerte sich auch zu Abschiebungen nach Afghanistan und bestätigte, dass Verhandlungen mit Vertretern der Taliban notwendig seien. Oppositionelle Bedenken wies er zurück und betonte, dass schwere Straftäter – darunter Vergewaltiger und Mörder – zur Wahrung der öffentlichen Sicherheit abgeschoben würden.

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Seine Aussagen folgten auf Kritik der SPD-Vorsitzenden Bärbel Bas, die geplante Kürzungen bei Sozialleistungen als „unmenschlich und zynisch“ bezeichnet hatte. Dobrindt warnte davor, politische Debatten auf Wortgefechte zu reduzieren, und mahnte nach der polarisierenden Rhetorik zum 1. Mai zur Zusammenarbeit. Zudem kündigte er an, dass Arbeitsmarktreformen in einer bevorstehenden Sitzung des Koalitionsausschusses beraten würden.

Die Grenzkontrollen bleiben vorerst bestehen, Abschiebungen werden nach geltender Praxis fortgesetzt. Die langfristigen Migrationspläne der Regierung bleiben ungewiss, auch wenn Gespräche mit den Taliban in Afghanistan unvermeidlich sein werden. Unterdessen werden Sozial- und Arbeitsmarktreformen zentrale Themen in den künftigen Koalitionsverhandlungen sein.

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