21 March 2026, 04:16

Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung und Solarprojekt machen das Mini-Dorf berühmt

Kleines Dorf mit bunten Häusern umgeben von Bäumen und Gras in einem grünen Tal.

Dierfeld verzeichnet 100-prozentige Wahlbeteiligung - Dierfelds perfekte Wahlbeteiligung und Solarprojekt machen das Mini-Dorf berühmt

Dierfeld, die kleinste Gemeinde in Rheinland-Pfalz, sorgt für Schlagzeilen – nach einer perfekten Wahlbeteiligung bei der jüngsten Landtagswahl. Mit nur acht wahlberechtigten Einwohnern wurden alle Stimmen per Briefwahl abgegeben, die der Bürgermeister persönlich einsammelte. Das winzige Dorf fällt zudem durch sein Engagement für erneuerbare Energien auf: Aktuell entsteht auf 15 Hektar eine Solarfarmanlage, deren Erträge lokale gemeinnützige Projekte finanzieren sollen.

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Obwohl in Dierfeld nur 15 Menschen leben, funktioniert die Gemeinde wie jede andere. Der Gemeinderat besteht aus sechs Mitgliedern sowie dem Bürgermeister, wobei die Kommunalwahlen unabhängig von den Landtagswahlen stattfinden. Um die Wahlgeheimhaltung bei der jüngsten Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zu gewährleisten, kooperierte Dierfeld mit dem Nachbarort Manderscheid und bildete einen gemeinsamen Wahlbezirk. Dieses Vorgehen entspricht einem landesweiten Trend: Rund 120 der 140 kleinsten Gemeinden mit jeweils weniger als 100 Einwohnern arbeiteten mit größeren Nachbargemeinden zusammen, um die Anonymität der Wähler zu schützen.

Das Dorf selbst liegt auf einem weitläufigen Anwesen, das ursprünglich als Jagdschloss im 16. Jahrhundert erbaut und Anfang des 20. Jahrhunderts von der Familie von Greve erworben wurde. Heute umfasst das Gebiet einen gärtnerischen Betrieb, 14 Hektar Gemeinschaftswald und 180 Hektar Privatwald. Über den ländlichen Charme hinaus setzt Dierfeld nun auf Nachhaltigkeit: Die Solarfarmanlage auf 15 Hektar soll die erneuerbaren Energien ausbauen und gemeinnützige Vorhaben der Dorfgemeinschaft fördern.

Im Landkreis Bitburg-Prüm in der Eifel ist Dierfeld mit seiner geringen Einwohnerzahl kein Einzelfall. Die benachbarten Orte Hamm und Keppeshausen zählen lediglich 16 bzw. 17 Einwohner. In ganz Rheinland-Pfalz gibt es zwar rund 2.300 Gemeinden, doch nur etwa 140 haben weniger als 100 Einwohner. Trotz ihrer Größe müssen auch sie Wahlvorschriften einhalten – etwa die Mindestanzahl von 30 Stimmzetteln pro Wahlurne –, was oft nur durch Zusammenarbeit mit Nachbargemeinden möglich ist.

Die 100-prozentige Wahlbeteiligung in Dierfeld unterstreicht das Engagement der winzigen Wählerschaft, während das Solarprojekt den Wandel hin zu grüner Energie symbolisiert. Durch die Kooperation mit Manderscheid sicherte das Dorf die Wahlgeheimhaltung – ein Beispiel für die Strategien, mit denen die kleinsten Gemeinden Rheinland-Pfalz' sowohl demokratische als auch ökologische Herausforderungen meistern. Die Initiativen zeigen, wie selbst abgelegene Regionen sich an gesellschaftliche und umweltpolitische Anforderungen anpassen.

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