07 May 2026, 12:23

"Deutschland steuert auf die Wand zu": Herrenknecht-Chef warnt vor Bürokratie und Arbeitskultur

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"Deutschland steuert auf die Wand zu": Herrenknecht-Chef warnt vor Bürokratie und Arbeitskultur

Martin Herrenknecht, Vorstandsvorsitzender der Herrenknecht AG, hat eine drastische Warnung vor der Zukunft Deutschlands ausgesprochen. Der Chef des weltweiten Marktführers für Tunnelvortriebsmaschinen behauptet, das Land steuere „direkt auf die Wand zu“, wenn nicht grundlegende Reformen umgesetzt würden. Seine Kritik richtet sich gegen überbordende Bürokratie, einen Wandel in der Arbeitskultur und den Verlust an Wettbewerbsfähigkeit im Vergleich zu dynamischeren Ländern wie Indien.

Die Herrenknecht AG, ein globaler Branchenprimus mit rund 5.500 Mitarbeitenden, hat bei großen europäischen Infrastrukturprojekten eine Schlüsselrolle gespielt – darunter der Gotthard-Basistunnel, der Brenner-Basistunnel und Stuttgart 21. Doch trotz dieser Erfolge erklärt der Unternehmensgründer, er könnte das Unternehmen heute angesichts der erstickenden Regulierungsflut in Deutschland nicht mehr gründen.

Ein geplanter Logistikstandort in Baden-Württemberg steckt seit dreieinhalb Jahren in der Planungsphase fest. Zum Vergleich: Ein ähnliches Projekt in Chennai, Indien, erhielt bereits nach nur drei Monaten die Genehmigung. Herrenknecht beschreibt Deutschland als in einem „Dornröschen-Schlaf“ gefangen, unfähig, mit der Effizienz anderer Länder mitzuhalten.

Doch nicht nur die Bürokratie steht in der Kritik. Herrenknecht moniert auch die veränderten Einstellungen junger Berufstätiger. Absolventen deutscher Hochschulen verlangten mittlerweile Sabbaticals, umfangreiche Homeoffice-Regelungen und flexible Elternzeitmodelle. Er bezeichnet Deutschland als eine „Nation von Weicheiern mit überzogenen Ansprüchen“ und warnt, dass solche Trends die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit untergraben könnten.

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Die Äußerungen des Vorstandschefs spiegeln eine breitere Sorge um Deutschlands globale Wettbewerbsfähigkeit wider. Zwar dominiert das Unternehmen weiterhin den Markt für Tunnelbohrtechnik, doch fürchtet sein Chef, dass langsame Entscheidungsprozesse und kulturelle Verschiebungen das langfristige Wachstum gefährden könnten.

Herrenknechts Warnungen verdeutlichen die tiefsitzende Frustration in der deutschen Industrie. Verzögerungen bei Infrastrukturvorhaben, steigende Forderungen der Belegschaft und überkommene Vorschriften gelten als zentrale Hindernisse. Ohne grundlegende Kurskorrekturen, so der Vorstandsvorsitzende, drohe dem Land in den kommenden Jahren ein weiterer wirtschaftlicher Abstieg.

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