13 April 2026, 16:17

Brandenburgs Bildungskrise: BSW und SPD liefern sich erbitterten Machtkampf um Lehrkräftemangel

Gruppe von Schülern marschiert in Berlin mit einem bunt bemalten "Students for Future"-Schild.

Brandenburgs Bildungskrise: BSW und SPD liefern sich erbitterten Machtkampf um Lehrkräftemangel

In Brandenburg ist ein erbitterter Streit über die Bildungspolitik entbrannt. Die Sahra-Wagenknecht-Allianz (BSW) hat sich gegen ihren ehemaligen Koalitionspartner, die SPD, gewandt und macht diese für die Verschärfung des Lehrkräftemangels verantwortlich. Die Landesvorsitzende Friederike Benda bezeichnete frühere Entscheidungen als "Fehler" und warf den ehemaligen SPD-Ministern vor, schädliche Reformen durchgesetzt zu haben.

Der Konflikt eskalierte nach neuen Enthüllungen über Stellenstreichungen und erhöhte Unterrichtsverpflichtungen unter der Vorgängerregierung. Der aktuelle Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) sieht sich nun mit einem Rekord-Lehrkräftemangel konfrontiert, den er mit jüngsten politischen Weichenstellungen in Verbindung bringt.

Im Mittelpunkt des Streits stehen zwei zentrale Änderungen, die unter der SPD-BSW-Koalition eingeführt wurden: Im Haushalt 2025 wurden 345 Vollzeitstellen für Lehrkräfte gestrichen. Zudem wurden Lehrer:innen verpflichtet, ab dem zweiten Schulhalbjahr eine zusätzliche Stunde pro Woche zu unterrichten.

Benda richtete ihre Kritik direkt gegen die früheren SPD-Minister Steffen Freiberg und Robert Crumbach, die für diese Maßnahmen verantwortlich gemacht werden. Crumbach, damals BSW-Mitglied und Parteichef vor Benda, amtierte als Finanzminister während der Kürzungen. Gleichzeitig räumte Benda ein, dass sowohl CDU als auch SPD in den vergangenen 30 Jahren "falsche Entscheidungen" getroffen hätten.

Hoffmann, der das Ressort nach der fast 30-jährigen SPD-Führung übernahm, nannte die Personalreduzierungen einen Hauptgrund für die aktuelle Krise. Die Lage an den Schulen bezeichnete er als dramatisch, mit einem beispiellosen Lehrkräftemangel. Benda wies seine Vorwürfe als "lächerlich" zurück und argumentierte, dass die Probleme im Brandenburger Bildungssystem nicht auf nur zwölf Monate Regierungspolitik zurückzuführen seien.

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Die Kehrtwende der BSW markiert einen deutlichen Bruch mit der früheren Zusammenarbeit mit der SPD. Bendas Kritik spiegelt die wachsenden Spannungen wider, während das neue CDU-geführte Ministerium mit den Folgen von Politik zu kämpfen hat, die ihre Partei einst mitgetragen hat.

Der Streit hinterlässt Brandenburgs Schulen mit einem massiven Lehrkräftemangel. Hoffmanns Ministerium muss nun die Konsequenzen aus Personalabbau und gestiegenen Arbeitsbelastungen bewältigen. Gleichzeitig zeigt die öffentliche Kritik der BSW an ihrem ehemaligen Bündnispartner, wie tief der politische Graben über die Verantwortung für die Krise geworden ist.

Quelle