Biogas-Branche steht vor radikaler Wende: Flexible Speicher statt Grundlast
Greta KochBiogas-Branche steht vor radikaler Wende: Flexible Speicher statt Grundlast
Thomas Karle, Präsident des Fachverbandes Biogas, hat ehrgeizige Pläne zur grundlegenden Modernisierung des deutschen Biogassektors vorgestellt. Er bezeichnet diese Transformation als seine dringendste Aufgabe und betont, dass die Branche sich von veralteten Praktiken der letzten zwanzig Jahre lösen müsse.
Im Mittelpunkt von Karles Vision steht die Umstellung von Biogasanlagen: Weg von der konstanten Grundlastversorgung, hin zu flexiblen Speichereinheiten. Dieser Wandel würde es ermöglichen, Energie bei Schwankungen in der Wind- und Solarstromerzeugung bedarfsgerecht zu speichern. Zudem soll Biogas als zentraler Baustein im "Erneuerbaren-Dreieck" neu positioniert werden – als gleichberechtigter Partner von Wind- und Solarenergie, um das Stromnetz zu stabilisieren.
Die Veränderungen beschränken sich jedoch nicht auf technische Aufrüstungen. Karle unterstreicht, dass Betreiber eine neue Denkweise entwickeln müssten, während Landwirte strukturelle Anpassungen vornehmen müssten, um den Wandel zu unterstützen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Aufbereitung von Biogas zu hochwertigem Biomethan, das in Industrie, Verkehr oder Wärmeversorgung einsetzbar ist.
Doch es gibt noch Hürden. Karle verweist auf anhaltende Probleme mit den Ausschreibungssystemen, die der Branche weiterhin Steine in den Weg legen. Zudem steht er vor der Aufgabe, das anstehende Biomasse-Paket der Politik so mitzugestalten, dass es mit seinen langfristigen Zielen übereinstimmt.
Der Fachverband Biogas ist überzeugt, dass die Technologie ihre Versprechen einlösen kann. Karles Pläne würden den Sektor als flexible, hochwertige Energiequelle neu aufstellen. Der Erfolg hängt davon ab, regulatorische Hindernisse zu überwinden und die Branche flächendeckend für die vorgeschlagenen Veränderungen zu gewinnen.






