09 May 2026, 22:14

Biennale Venedig 2025: Rekordbeteiligung und politische Kontroversen unter In Moll

Plakat für Imre Kiralfys Super-Spektakel in Venedig, das kostümierte Künstler vor einem gebogenen und säulengeschmückten Gebäude mit Laternen und Bäumen im Hintergrund zeigt.

Biennale Venedig 2025: Rekordbeteiligung und politische Kontroversen unter In Moll

Die Biennale Venedig 2025 hat mit 100 Nationalpavillons und 111 Künstlern unter dem Motto In Moll ihre Tore geöffnet. Kuratiert von Koyo Kouoh, vereint die diesjährige Ausgabe sowohl Rückkehrer als auch neue Kontroversen. Zu den Höhepunkten zählt die Rückkehr Russlands nach zweijähriger Abwesenheit sowie die Ausstellung Israels – beide haben unter Künstlern und Organisatoren Debatten ausgelöst.

Russlands Pavillon ist 2025 mit Der Baum hat seine Wurzeln im Himmel zurück, kuratiert von Anastasiia Karneeva. Das Land hatte die beiden vorherigen Ausgaben ausgesetzt, kehrt nun aber in das Programm zurück. Israels Beitrag, Rose des Nichts, wird im Arsenale gezeigt und steht unter der Leitung des Kurators Michael Gov mit den Künstlern Avital Bar-Shay und Sorin Heller.

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Die Veranstaltung sieht sich mit Gegenwind einer internationalen Jury konfrontiert, die einen Boykott von Nationen ankündigte, deren Führungskräfte der Verbrechen gegen die Menschlichkeit beschuldigt werden. Fünf Jurymitglieder traten aus Protest zurück, woraufhin die Biennale die Verleihung der Goldenen Löwen verschieben musste. Stattdessen wurde ein öffentliches Abstimmungssystem namens Löwen der Besucher eingeführt.

Der portugiesische Künstler Alexandre Estrela, der sein Land mit RedSkyFalls im Palazzo Fondaco Marcello vertritt, kritisierte öffentlich die Teilnahme Russlands und Israels. Die Biennale-Stiftung und die italienische Regierung lehnten indes Forderungen nach einem Boykott ab und ermöglichten beiden Pavillons die Teilnahme. Auch Brasilien und Osttimor sind vertreten und stärken damit die lusophone Präsenz auf der Veranstaltung.

Die Ausstellung läuft bis zum 22. November 2025 und umfasst neben dem Hauptprogramm 31 Begleitveranstaltungen.

Die Biennale Venedig 2025 geht mit einer Rekordzahl an Teilnehmern voran, bleibt aber von politischen Spannungen geprägt. Der Rücktritt von Jurymitgliedern und die Einführung der öffentlichen Abstimmung markieren einen Wandel in der Vergabe der Preise. Trotz der Proteste findet die Veranstaltung wie geplant statt – die Pavillons Russlands und Israels bleiben für Besucher geöffnet.

Quelle