02 April 2026, 12:22

AfD startet umstrittene "Messer-App" für Berlins Kriminalitätsdaten

Ein schildförmiges Polizeibadgebnis mit "Polizei Berlin" in schwarzer Schrift auf einem blauen Hintergrund mit einem weißen Stern und Rahmen, das auf einer Oberfläche ruht.

AfD startet umstrittene "Messer-App" für Berlins Kriminalitätsdaten

Die Berliner Alternative für Deutschland (AfD) hat ein neues Online-Tool vorgestellt, das Messerangriffe in der Hauptstadt erfasst. Die sogenannte "Messer-App" zeigt polizeilich gemeldete Vorfälle, Verletzungen und Tatorte der letzten 30 Tage an. Die Partei behauptet, damit die rot-grün-rote Koalition unter Druck setzen zu wollen, mehr Kriminalitätsdaten zu veröffentlichen – darunter auch die Nationalitäten der Tatverdächtigen, eine Angabe, die Berlin bisher zurückhält.

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Die Messergewalt in der Stadt hat stark zugenommen: 2024 registrierte die Polizei 3.412 Angriffe – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die AfD wirft den offiziellen Statistiken vor, das wahre Ausmaß des Problems zu verschleiern, und verweist auf Lücken zwischen polizeilichen Einsätzen und den in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) erfassten Fällen. Parteichefin Kristin Brinker kritisierte, die regierende Koalition versage bei der Aufklärung über Gewaltdelikte.

Die Veröffentlichung der App fällt in eine Phase, in der die AfD das Thema Messergewalt zum zentralen Wahlkampfthema macht. Anders als die meisten Bundesländer gibt Berlin die Nationalitäten von Tatverdächtigen nicht bekannt – eine Praxis, die die AfD ablehnt. Kritiker werfen der Partei jedoch vor, mit dem Tool eher Ängste zu schüren als Lösungen anzubieten. Die Linke verurteilte die Initiative scharf und warf der AfD vor, damit Hass gegen Migranten zu schüren.

Unabhängige Daten zeigen zudem einen drastischen Anstieg waffenbezogener Gewalt: 2025 stieg die Zahl der Schusswaffendelikte um 68 Prozent. Doch über die strafrechtlichen Konsequenzen ist wenig bekannt. Polizeiberichte nennen zwar Einzelfälle – etwa Angriffe auf einen spanischen Touristen und eine jüdische Studentin –, liefern aber keine Gesamtzahlen zu Verurteilungen oder Ergebnissen der Ermittlungen gegen die 1.906 identifizierten Tatverdächtigen.

Die AfD-App bietet nun eine öffentliche Übersicht über aktuelle Messerangriffe, doch ihr Einfluss auf die Politik bleibt ungewiss. Berlins Weigerung, die Nationalitäten von Tatverdächtigen preiszugeben, setzt die Stadt weiter in Gegensatz zu anderen Bundesländern. Angesichts steigender Messer- und Schusswaffengewalt dürfte der Druck auf eine transparenteren Kriminalitätsberichterstattung weiter wachsen.

Quelle