500-Milliarden-Programm für Klima und Infrastruktur: Wo bleibt das Geld?
Greta Koch500-Milliarden-Programm für Klima und Infrastruktur: Wo bleibt das Geld?
Deutschland hat ein mit Krediten in Höhe von 500 Milliarden Euro unterlegtes Programm aufgelegt, um Infrastruktur- und Klimaprojekte zu finanzieren. Der Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität (SVIK) soll Straßen, Schienen, Energienetze und digitale Netze modernisieren. Kritiker hinterfragen jedoch, ob die Ausgaben tatsächliches Wachstum fördern oder lediglich buchhalterische Verschiebungen darstellen.
Der SVIK sieht 300 Milliarden Euro für Bundesinvestitionen in Verkehr, Energie und Digitalisierung vor. Weitere 100 Milliarden Euro sind für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) vorgesehen. Trotz der hohen Summen wurden von den für 2025 veranschlagten 37,2 Milliarden Euro jedoch nur 24 Milliarden tatsächlich ausgegeben – über 13 Milliarden blieben ungenutzt.
Bis Ende 2025 befanden sich zwei Drittel der vom SVIK finanzierten Projekte noch in der Planung, nur ein Drittel war bereits in Umsetzung. Die Regierung hat zwar 87,6 Milliarden Euro in verbindlichen Zusagen gesichert, sodass die Mittel auch dann reserviert bleiben, wenn die Projekte noch nicht sichtbar sind. Ökonomen argumentieren jedoch, dass ein Großteil dieser Ausgaben keine echten Neuinvestitionen widerspiegelt.
Das Programm folgt einer Lockerung der deutschen Schuldenbremse im März 2025, die es der Regierung ermöglichte, bestimmte Ausgaben von den Kreditobergrenzen auszunehmen. Auch die Militärausgaben sollen stark steigen – von 21,7 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf voraussichtlich 103,5 Milliarden Euro bis 2029. Gleichzeitig ist die Staatsverschuldung innerhalb von fünf Jahren von 1,9 Billionen auf über 2,5 Billionen Euro gestiegen, was mittlerweile fast 30.000 Euro pro Kopf entspricht.
Die Regierung behauptet, die zusätzlichen Investitionen würden das deutsche BIP kurzfristig um etwa 0,5 % steigern. Doch die zögerliche Mittelvergabe und der hohe Anteil an Projekten in der Planungsphase wecken Zweifel an der unmittelbaren wirtschaftlichen Wirkung. Die langfristigen Effekte des Programms hängen davon ab, wie schnell und effektiv das Geld eingesetzt wird.






