Winterraps 2026: Gute Entwicklung, aber Rapsglanzkäfer droht Ernteverluste
Anna SchmittWinterraps 2026: Gute Entwicklung, aber Rapsglanzkäfer droht Ernteverluste
Winterraps entwickelt sich im Frühjahr 2026 in vielen Regionen gut
Die Winterrapsbestände zeigen in diesem Frühjahr eine positive Entwicklung und befinden sich bereits im Längswachstum (BBCH 32/51), wobei die Hauptblütenstände deutlich sichtbar sind. Dennoch bleibt der Rapsglanzkäfer eine ernste Bedrohung für die Erträge in dieser Saison.
Experten des Thüringer Landesamts für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR) haben aktualisierte Leitlinien veröffentlicht, um Landwirten bei der effektiven Bekämpfung des Schädlings zu helfen. Eine Behandlung lohnt sich wirtschaftlich nur, wenn vor der Blüte mehr als zehn Käfer pro Hauptknospe festgestellt werden. Dabei sollte die Zählung pro Knospe erfolgen – nicht anhand von Gelbschalenfängen, die keine direkte Handlungsempfehlung liefern.
Kontrollen müssen entlang von Transekten im Bestand durchgeführt werden, nicht nur am Feldrand oder an leicht zugänglichen Pflanzen. So lassen sich präzise Befallsbewertungen vornehmen und unnötige Insektizideinsätze vermeiden, was Kosten spart und die Umwelt schont.
Für bienenfreundliche Lösungen können nach BBCH 59 tau-fluvalinhaltige Mittel wie Mavrik Vita oder Evure eingesetzt werden. Zwischen BBCH 51 und 59 sind acetamipridbasierte Präparate wie Mospilan SG oder Danjiri zugelassen, allerdings dürfen sie nicht mit Hilfsmitteln gemischt werden.
Falls sowohl Rapsstängelrüssler als auch Rapsglanzkäfer bekämpft werden müssen, empfiehlt sich Trebon 30 EC – jedoch erst nach Beendigung der täglichen Bienenflugaktivität.
Durch die Einhaltung dieser Richtlinien können Landwirte ihre Bestände schützen und gleichzeitig unnötige Spritzungen reduzieren. Der richtige Zeitpunkt und die passende Mittelwahl sichern sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Vorteile. Die Empfehlungen des TLLLR zielen darauf ab, wirksamen Pflanzenschutz mit nachhaltiger Landwirtschaft in Einklang zu bringen.






