25 April 2026, 16:16

Wiesbaden fragt provokant: "Wem gehört die Stadt?" – Theater wird zum urbanen Experiment

Außenansicht des Fine Arts Theatre in St. Louis, Missouri, mit Fahrzeugen auf der Straße, einem Fußgänger auf dem Gehweg, einem Wegweiser, Bäumen, Gebäuden und Himmel.

Wiesbaden fragt provokant: "Wem gehört die Stadt?" – Theater wird zum urbanen Experiment

Das Hessische Staatstheater Wiesbaden präsentiert sein Programm für die Spielzeit 2026/2027 unter einer provokanten Frage: Wem gehört die Stadt? Mit diesem neuen Konzept will das Theater die Grenzen zwischen Künstlern und Publikum verschwimmen lassen und den Theaterraum zu einem Ort gemeinsamer Resonanz machen. Den Auftakt bildet eine eindrucksvolle Inszenierung von Carl Orffs Carmina Burana, die das Publikum von Beginn an in eine immersive Klangwelt ziehen soll.

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Das Musikprogramm des Hauses verbindet Vergangenheit und Gegenwart und fördert den Dialog zwischen historischen Werken und zeitgenössischen Themen. Neben klassischen Stücken werden experimentelle Formate wie "Opern-Flashmobs" an unerwarteten Orten auftauchen, den Alltag durchbrechen und Menschen erreichen, die selten traditionelle Aufführungen besuchen.

Im Schauspiel liegt der Fokus auf systemkritischen Analysen und urbanen Visionen. Die Produktionen hinterfragen Machtverhältnisse, gesellschaftliche Strukturen und individuelle Verantwortung in der Stadt. Ein besonderes Projekt, Metropolis Wiesbaden, schickt Schauspieler und Musiker mit Kameras und Mikrofonen in den öffentlichen Raum und verwandelt Straßen in Bühnen.

Ein weiteres zentrales Vorhaben, die Sinfonie für 100 Bürger:innen, definiert die Rollen von Künstlern und Publikum neu, indem es Anwohner:innen aktiv in die Aufführung einbindet. Auch die historische Wartburg wird zum lebendigen Treffpunkt – ein Ort für Begegnungen, lockere Zusammenkünfte und ein Stück gelebten Stadtalltags.

Die Künstler:innen suchen gezielt den Austausch jenseits der Theaterwände und wenden sich an Menschen, die sich sonst nie eine Karte kaufen würden. Ziel ist es, Barrieren abzubauen und ein Theater zu schaffen, das der gesamten Stadt gehört.

Die Spielzeit 2026/2027 markiert einen radikalen Wandel für das Hessische Staatstheater Wiesbaden. Indem es den öffentlichen Raum erobert und traditionelle Rollenbilder hinterfragt, will das Haus Kunst für alle zugänglich machen. Mit einer Mischung aus Musik, Schauspiel und partizipativen Projekten erprobt das Programm neue Wege, die Stadt und ihre Bewohner:innen zu verbinden.

Quelle